Überblick über diese Seite
(Datum dieser Aktion und dieser Doku: im Januar 2006)
Eckdaten
- 1000 cm³ Zylinder und Kolben original BMW, Verdichtung ca. 8,5 : 1
(vielleicht etwas mehr)
- 800er Zylinderkopf der Bohrung angepasst
- Umrüstung auf 40er Vergaser
- Kraftübertragung:
- langer 5. Gang,
- der Achsantrieb (Übersetzung) der 800er blieb drin
- 1000er Kupplungsfeder.
Motivation
- Ziel war v.a. mehr Drehmoment, vor allem untenrum, das ganze bei
sehr ruhigem, "kultivierten" Motorlauf.
- warum nicht den "Siebenrock-Kit"?
- die Verdichtung sollte maximal 9:1 betragen, die Zündanlage
sollte Serie bleiben (keine
Doppelzündung)
- Ziel war eine Motorauslegung, die ohne Probleme mit Eurosuper
läuft (Normal ist gut, wenn's geht, muß aber nicht sein - in Ecken
der Welt, wo es nur Klingelwasser gibt, geht's auf
absehbare Zeit nicht).
- Ich wollte
auf keinen Fall auf "Super plus" angewiesen sein, also genügend
Sicherheit / Abstand von den Eckdaten her gegen Klingeln
haben. Bezüglich der (ohne Doppelzündung!) zu tankenden Spritsorte
reichen die Erfahrungen in den Foren von "Normal" (selten) bis
"Super Plus" (öfter) - die Mehrheit sagt "Eurosuper". Hier streuen
die Motoren offenbar.
- nicht ausschlaggebend, aber gern gesehen: die hier vorgestellte
Lösung ist 300 Euro billiger.
- 40er Vergaser: anfangs wurde das Projekt mit 32ern geplant, erst nach
Ausräumung der TÜV-Bedenken aufgrund der überwiegend
positiven Erfahrungen Anderer aus den div. Foren
die 40er ins Auge gefasst
- ans Getriebe wäre ich nicht rangegangen, wenn dort nicht sowieso
was angestanden hätte.
Aufwand und Nutzen
- das ganze sollte sich vom finanziellen Aufwand her
"vernünftig" darstellen. Vernunft und das Hobby Mopped sind
zwar nur schwer vereinbar, aber ich persönlich habe am meisten Spaß,
wenn das "Minimax-Prinzip" eingehalten werden kann: Minimierung
Aufwand - Maximierung Ergebnis.
- Dabei geht es nicht so sehr um die betragsmäßige Höhe des
Aufwands, sondern um seine "Proportion". Eine simple
Rechnung:
von 50 auf 60 PS und entsprechend
Drehmoment hat mich ca. 1000€ gekostet (siehe
hier)
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ð 100
€ pro Mehr-PS (es ginge auch noch deutlich billiger, aber hier
habe ich nicht mehr rein ökonomisch entschieden...) |
von 50 auf klar über 70 PS und
entsprechend Drehmoment kostet ca. 3500€
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ð 175
€ pro Mehr-PS, wobei für die zweiten 10 PS je 250€
anfallen, diese also mehr als doppelt so teuer kommen wie die
ersten 10 ("low hanging fruits") |
angenommen meine
Basic hätte einen Marktwert von 5000€ (das wird wohl für
gute Exemplare gezahlt), plus 3000€ für Tuning auf 70 PS
ergibt 8000€
|
ð
das macht ca. 115 € pro PS |
eine 1200 GS
bekommt man für 12000€ gebraucht (2004, unter 10.000
km)
|
ð
120€ pro PS - aber mit ABS, ...! |
eine 1150 GS
bekommt man für 9000€ gebraucht (2004, unter 15.000
km)
|
ð
105€ pro PS - aber mit ABS, ...! |
- OK - die Alternativen sind halt keine "schönen alten
Boxer" usw. usw., aber warum es nicht mal so betrachten?
- Fazit: wenn mir abgrundtief Leistung fehlen würde, dann wäre nach meinem
persönlichen Geschmack (!) ein 2-Ventiler die falsche Basis.
Teile besorgen und aufbereiten
Zylinder & Kolben
- für 290€ gebraucht gekauft (was eher teuer ist!)
- Laufleistung: aussagegemäß 36.000 km in einer auf 34 PS gedrosselten
Mystic
- Stößelrohre:
- die alten gingen sehr leicht raus - da hat es aber auch
zuvor "rausgeschwitzt"
- die neuen trotz Backofen und Eisfach aber ziemlich schwer
rein
- es wurde Dichtmasse verwendet, und zwar Curil blau "dauerelastisch"
/ bis 250°C
- die Zylinder wurden gestrahlt und mit WD40 behandelt (Ergebnis
siehe Bild)
- Zylinder und Kolben wurden vermessen.
Meßergebnisse:
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- Laufspiel von Zylinder und Kolben sowie Ovalität: nicht Neumaß,
aber bedenkenlos weiterverwendbar
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Meßebene |
Fahrtrichtung |
Hoch |
max. |
Neu |
| Zylinder & Kolben Nr.
1 |
oben |
0,06 |
0,055 |
0,08 |
0,04 |
| Mitte |
0,06 |
0,06 |
| Unten |
0,05 |
0,06 |
| Zylinder & Kolben Nr.
2 |
oben |
0,06+ |
0,055 |
| Mitte |
0,06 |
0,06- |
| Unten |
0,06- |
0,06 |
- Fazit:
- Laufspiel knapp 50% zwischen Neuzustand und Verschleißgrenze
- Ovalität: Grenzwerte liegen zwischen 0,005 mm (oben) und 0,01
mm (unten) - wurde in keinem Fall erreicht - also diesbezüglich
absolut ok.
- daher schienen die Zylinder & Kolben bedenkenlos
weiterverwendbar
- Kolbenringe: erneuerungsbedürftig!
| |
Flankenspiel |
max. |
Stoßspiel |
max. |
| 1. Minutenring (oben) |
0,08 |
0,050 - 0,082 |
0,7 |
0,30 - 0,50 |
| 2. Minutenring (Mitte) |
0,04 |
0,040 - 0,072 |
0,7 |
0,30 - 0,50 |
| Ölabstreifring (unten) |
0,04 |
0,030 - 0,062 |
0,5 |
0,25 - 0,40 |
- erstaunlich ist, daß beim Flankenspiel offenbar eher die Ringe den
Verschleiß zeigen, obwohl sie aus härterem Material sind als der Kolben.
Denn nach Austausch der Ringe lagen alle Maße auf Minimum.
- es wurden also neue Kolbenringe montiert
- der optische Vergleich mit den 800er Kolben (29.000 km gelaufen)
zeigte, daß dort die Minutenringe noch nicht einmal voll tragen.
Ebenso ergab
eine Vergleichsmessung des Flankenspiels der 800er Kolben, daß alle Werte
weit unter der Verschleißgrenze lagen.
- Fazit zum Thema "Gebrauchtkauf":
- entweder es waren doch mehr als 36.000 km oder aber die 36.000 km haben aus unbekannten Gründen
an den Kolbenringen zu erheblich
höherem Verschleiß geführt als "meine" 29.000 km
- die "teuren" Bauteile (Zylinder & Kolben) waren noch gut,
zu erneuern waren nur die relativ billigen Kolbenringe.
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800 cm³ |
1000 cm³ |
Differenz |
| Kolben inkl. Ringen |
458 g (1) |
576 g |
+ 124 g |
| Kolbenbolzen |
142 g (2) |
108 g (3) |
- 34 g |
| gesamt |
600 g |
684 g |
+ 84 g |
(1) inkl. deftig Ölkohle
(2) Original
(3) erleichtert
(Zum Thema "Gewichtsunterschied"
s.u., zum Thema "Laufruhe" hier.)
Vergaser
- für 150€ gebraucht gekauft
- guter Zustand: Schieber nicht ausgeschlagen, Membranen mußten nicht
erneuert werden
- Düsen:
- Startvergaserdüsen: waren viel zu groß (wurden diese aufgerieben?)
- das verstehe, wer will ...

- daher habe ich auch alle anderen Düsen getauscht
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diese Startvergaserdüsen waren montiert und
sahen höchst verdächtig aus (außerdem "vergniedelt")
|
dies hier sind 66er aus der 800er, die 80er
aus den 40er Vergasern sehen aber fast genauso aus
|
- Reinigung:
- komplett zerlegt,
- in Benzinbad mit Spritze gereinigt,
- dann gestrahlt (sehr aufwendig abgeklebt!)
- nochmal "gebadet"
- und mit WD40 behandelt.
- Aussehen: super!
"Kleinteile"
- Gaszüge der 1000er (ca. 5 mm längere Seele)
- Dichtsatz Zylinder
- Düsennadel, Nadeldüse, Hauptdüsen, alle Schrauben des Vergasers
- die Drosselklappen-Betätigungshebel der 32er wurden auf die 40er
umgesteckt.
Was außer Haus erledigt wurde
Kolben gewichtsmäßig angleichen:
- gemessen wurden volle 6 Gramm Unterschied! (siehe auch hier
zu Kolbengewicht allgemein)
- hier das Ergebnis. Wenn dies nicht von einem der renommierten Tuner
der Szene gemacht worden wäre, hätte ich echte Bedenken gehabt ...

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Warum allerdings die 6 Gramm nicht vom Kolbenbolzen
abgenommen wurden (bzw. von dem anderen 6 Gramm weniger), konnte
nicht richtig befriedigend beantwortet werden.
ï hier zum Vergleich der "normale" Kolben
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Pleuel gewichtsmäßig angleichen:
- 2 Gramm Gewichtsdifferenz wurden gemessen
|
dies konnte wesentlich einfacher ausgeglichen werden,
hier das erleichterte Pleuel
|
Kolbenbolzen erleichtern:
- von 142 auf 108 g
- konisch ausgeschliffen
- das hier sieht auch durchaus vertrauenerweckend aus
- hier zum Vergleich die
normalen Kolbenbolzen
- wie gesagt: hier hätte man m.E. die 6 Gramm Differenz vom
Kolben besser ausgleichen können!
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Zylinderköpfe:
- 800er Zylinderköpfe wurden der größeren Bohrung angepaßt
- Schaubstutzen für 40er Vergaser
- Ventile und Ventilführungen "vorsichtshalber"
ersetzt:
- dabei Einlaßventil auf 44 mm vergrößert (Aufpreis
10€)
- der Kolben (Serie 1000er, 8,5) muß übrigens laut meinem
Tuner nicht nachbearbeitet werden, die "Tasche"
ist groß genug für das 44er EV
- die Ventilführungen waren möglicherweise die Quelle für
die Ölkohleablagerungen
- das Bild rechts zeigt den rechten Zylinderkopf
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- hier zum Vergleich ein (linker!) Zylinderkopf original 1000
cm³, mit Doppelzündung, und "normalem" 42er Einlaßventil
- man sieht, daß hier der Ventilsitz des Auslaßventils einen
breiteren Rand um das Ventil aufweist und es wirkt kleiner auf
dem Bild oben. Leider kann ich nicht mehr nachmessen ...
- übrigens sagte mir mein Tuner, daß die Verdichtung
bei der Verwendung "ehemaliger 800er" Köpfe trotz der
Materialabnahme etwas höher sei (ca. 8,7-8,8) als bei
serienmäßigen 1000ern: die Brennraumkalotte sei bei den 800ern
etwas kleiner. Dies ist mir sehr recht! (siehe
Ergebnis)
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Getriebe
- Anlaß: undichter Simmerring,
sonst hätte ich gar nichts unternommen
- ich selbst habe es nicht von innen gesehen, sondern einem bekannten
Experten übergeben
- Maßnahmen:
- langer 5. Gang (von Siebenrock)
- Nachrüstung Kickstarter (ich mag's halt mit
...)
- das vordere Lager der Abtriebswelle wurde zur Sicherheit gewechselt,
es zeigte minimalen Verschleiß
- der Schaltautomat wurde überarbeitet:
- Kugellager statt Kunststoffrolle, Kurvenscheiben bearbeitet
("wer findet den Unterschied...?")
- Effekte:
- Schaltbarkeit zwischen allen Gängen 1a!
- lediglich der Leerlauf ist sowohl vom 1. als auch vom 2.
Gang aus etwas schwer zu finden. Daher würde ich zukünftig
empfehlen, die Kurvenscheiben nur ganz wenig zu bearbeiten und die
"Spitze" zu belassen. Nur die Grate entfernen!
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vorher
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nachher
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links ein weiterer Schaltautomat (nicht meiner), ebenfalls im
Originalzustand. Hier zum Vergleich die originale
Kunststoffrolle und das erwähnte kleine Kugellager, was die
Schaltbarkeit verbessert. |
- der Rest war laut Aussage des Getriebe-Experten ok
- hier die Ablaßschaube - ohne verdächtige Späne
- Schließlich habe ich noch auf die Kupplungs-Ausrückfeder (Tellerfeder)
aus der 1000er umgerüstet, um Durchrutschen zu verhindern.
- Betätigungskraft ist etwas höher, aber immer noch sehr gering
(im Vergleich)
- der Achsantrieb (Übersetzung) der 800er blieb drin (siehe dazu
auch "TÜV")
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Auffälligkeiten und Bemerkenswertes
Bei der Demontage
- obwohl meine Q keinen Rost aufwies
/ nie im Winterbetrieb gelaufen war, gab es große Schwierigkeiten
beim Ausziehen des linken Krümmers aus dem Vorschalldämpfer:
- ca. 1 Stunde heftige Arbeit

- nur ca. 100 kräftigste Hammerschläge von innen gegen den Krümmer in
Fahrtrichtung haben geholfen, als Polster wurden 3 Schweißerhandschuhe
übereinander um den Krümmer gelegt
- ansonsten ist es sowohl für
Demontage und Montage eine
gute Idee, sich des Hebelgesetzes zu bedienen und z.B. den
Stiel eines Hammers am Querrohr einerseits und am Motor
anderseits abzustützen, und dann mit der Masse des
Hammerkopfes zu arbeiten
- die Ursache war eine "Verschweißung" der Alu-Zwischenhülse
und des Krümmers (rechts zu sehen). Dieser
"Knubbel" ließ sich auch nicht abschlagen - nur
wegfeilen!
- Tip: Caramba zur Demontage, wobei das gegen sowas auch nicht
hilft
- bei der Montage Trennmittel verwenden (wie bei Kronenmutter
- keine Kupferpaste oder Kupferspray!)
|
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- viel später erst kam mir eine glänzende Idee, wie man sich
das Leben bei der Krümmer-Demontage viel einfacher machen kann:
man setze auf Hebelkräfte...
 |
- einen Hammer oben abstützen und "pendelnde Schläge" auf das
Verbindungsrohr zum Eintreiben
 |
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... bei der Demontage |
... und bei der Montage |
- zur Demontage des Getriebes habe ich übrigens den Batteriekasten nicht
entfernt, das ging prima auch so raus. Zu Vermeidung von Kratzern am
Rahmen: dicke Kartonstücke zur Hand haben
- in beiden Zylinderköpfen und Kolben habe ich starke
Ölkohleablagerungen gefunden - obwohl ich nur normalen Ölverbrauch messen
konnte (0,2 - 0,4 l auf 1000 km je nach Einsatzbedingungen)
.
Verwendet habe ich immer 20W-50 speziell
für Motorräder.
- Ob diese starken Ablagerungen auch Ursache für ein
mysteriöses Geräusch waren ...?
- ab Sommer 2007 gab es dann wieder Probleme mit Klingeln, die (vermutlich
zumindestens teilweise) auf erneute kräftige Ölkohle-Ablagerungen
zurückzuführen sein dürften (genaueres siehe hier)
- Nockenwelle und Stößel sahen einwandfrei aus, ebenso waren alle
Pleuellager maßhaltig
- ich hatte mich entschlossen, die Nockenwelle nicht
auszutauschen gegen eine der oft erwähnten
Tuning-Nockenwellen
(im darauf folgenden Sommer kam allerdings
das hier...)
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- irgendwie ein trauriger Anblick ...

- Aber nach ca. 2 Wochen trafen sukzessive mehrere verdächtig
(O-Ton beste Ehefrau von allen: "was *treibst* Du da eigentlich?"
"Och - ööh, nur so'n bißchen schrauben") große Pakete
ein und es konnte an den Zusammenbau gehen!
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Bei der Montage
- Die Arbeitsschritte bei der Montage aller Teile sind schon oft beschrieben
worden - siehe Links (speziell Jörg) und
die Datei "Tips & Tricks"
- daher im folgenden nur ein paar Auffälligkeiten.
Danke
- vielen Dank hier an Chris, dessen professioneller Background (u.a.
gelernter Zweiradmechaniker) und Mitwirkung hilfreich und bisweilen
beruhigend war, ebenso wie die Möglichkeit zur Benutzung gewisser "Anlagegüter"
...

Getriebe
- die Montage des Getriebes erwies sich als fummelig, weil die "Nasen"
am Getriebegehäuse nur schwer ins Motorgehäuse einrasten wollten.
Keine Gewalt anwenden (z.B. Schraube einfach festziehen), halt ruckeln
und zuckeln. Ich habe zuerst oben eine Schraube leicht reingedreht,
dann kippt es nicht weg.
Auspuff
- Trennmittel Auspuffdichtungen: um derlei
beim nächsten Mal (hoffentlich noch lange hin) zu vermeiden, habe ich dieselbe Montagepaste wie für die Auspuffmuttern
beidseitig (innen und außen) an den Alu-Hülsendichtungen aufgetragen
Vergaser
- zum Wechsel der Gaszüge auf die ca. 5 mm längeren der 1000er muß
man den Gasgriff oben zerlegen - auf die Markierung achten!
- ich habe wie oft empfohlen an den 40er Vergasern die Hebelchen
der 32er verwendet (weniger Betätigungsweg)
Zylinderfuß
- bei der Demontage zeigte sich, daß der im Dichtsatz enthaltene Dichtring
nicht montiert war. Ob dieser nun nötig, überflüssig, oder gar
gefährlich sei, darüber streiten sich die Geister.
- "Gefährlich" sagen einige, weil dadurch "der Zylinderfuß
zusammengedrückt" werden könne, so daß das Kolbenlaufspiel dort
verringert werden könnte. Das wiederum scheint mir Humbug zu sein. Im
Zylinder befindet sich eine Nut, und im Motorgehäuse
"gegenüber" eine Fase, deren Volumen bzw. Querschnitt nach
Schätzung recht gut dem O-Ring-Querschnitt entspricht. Somit kann
dieser sich dorthinein verformen und seinen Job tun.
- Ich habe also die Dichtringe mit montiert, die Lücke zwischen
Zylinder und Motorgehäuse hat sich beim Anziehen der Zuganker dann
auch "gut und glatt" geschlossen. Dichtmasse habe ich auf
die Füße zusätzlich dünn aufgetragen.
(rechts die Nut am 1000er Zylinder, leider habe ich vergessen, vom
O-Ring ein Foto zu machen - wie immer, wenn man voll konzentriert und am
Nachdenken ist...)
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- als Dichtmasse wird übrigens öfters "Three Bond 1209" empfohlen. Ich habe
Curil K2 (dauerelastisch, max. 250°C) verwendet.
- Vorher (bei der Erstmontage im Werk) war rund um beide Zylinderfüße eine
ziemlich dicke Wurst ausgetreten, und Dichtmasse fand sich auch in der Nut
am Zylinderfuß.
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Dichtreste am 800er Zylinder (das meiste hatte ich
jedoch schon entfernt) |
Pleuelschrauben
- Drehmomentangabe Pleuelschrauben:
- im offiziellen BMW-Reparatur-Handbuch steht dazu: 20 Nm und dann
noch um 40° (+/- 5°) weiter anziehen
- im "orange book" steht 50 Nm
- ich habe es ausprobiert: es kommt aufs gleiche hinaus. In jedem
Fall ist ein genauer Drehmomentschlüssel erforderlich!
- nach Aussage eines Profis (s.o.) ist wohl der erstere Weg der
"sauberere": man gibt erst ein Basis-Drehmoment und dann
eine wohldefinierte Längung - die Pleuelschrauben sind sog. "Dehnschrauben".
Allerdings sind die 40° (und dann noch die geringe Toleranz von
+/- 5°) schwieriger zu messen als 50 Nm.
Zeitaufwand und Kosten
Kosten
-
Zylinderkopf kpl. überholen, aufdrehen,
Schraubstutzen für 40er Vergaser, Kolbenbolzen erleichtern, Kolben
& Pleuel angleichen
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600€
davon Teile: ca. 285€ |
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330€ |
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80€ |
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139€ + 100€ Einbau |
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astronomisch |
(schraffiert = Arbeit, normal = Teile)

Zeitaufwand
- grob geschätzt ca. 16 - 20 Stunden - aber gemütlich, inklusive
Strahlen und Abkleben der Teile, quatschen, ...
- Laufzeit der externen Arbeiten je 1 Woche (vorher erkundigen!), beide
kamen termintreu
- Ich habe mein Vorhaben mit mehreren TÜV-Stellen vorab besprochen.
Ergebnis und Verlauf waren -sagen wir mal- sehr unterschiedlich. Man
kann das Ergebnis einer solchen Anfrage mit ein bißchen Lebenserfahrung
schon nach wenigen Minuten absehen. Es ist wie überall im Leben: es gibt
solche und solche.
- An einer TÜV-Dienststelle fand ich interessierte und aufgeschlossene
Ansprechpartner. Dort wurde mir nach einem sehr sachlichen Gespräch und
Vorlage von einigen Unterlagen der Eintrag zugesagt.
- Die Argumentation war kurzgefaßt "ich baue eine 1000er nach".
- Unterlagen:
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- über "'motorrad@bmw.de"
und
'Motorrad@partner.bmw.de' angefordert
- beschreibt einen unbedenklichen "Komplettumbau" von R80GS
auf R100GS - mit 40er Vergasern, Achsantrieb etc.
- aber den Achsantrieb wollte ich möglichst vermeiden!
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- aus dem
Internet von BMW
- zeigt als wesentlichen, evtl. abgasrelevanten
Unterschied die Endübersetzung auf
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- das ist die Schlüssel-Argumentation: wir haben uns darauf
geeinigt, daß die Abgaswerte sich demnach ca. um 3,53% des
vorherigen Wertes verändern können - und dies liegt
innerhalb einer vernünftigen Meßtoleranz und Serienstreuung.
- daß es darüberhinaus noch den "langen 5. Gang" gibt, der
folglich den Ausstoß in diesem Fall sogar um 1,5% (5% -
3,5%) senken könnte, dieser Argumentation bedurfte es schon
nicht mehr
|
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- welches diese Punkte nochmals zusammenfaßte
|
- Bezüglich der Abgas-Problematik ist es übrigens durchaus möglich,
daß dies ein Vorteil der seit April 2006 eingeführten AU für Motorräder
ist. Denn hier wird gemessen, anstatt starr auf dem mehr oder weniger
hypothetischen Originalzustand und irgendwelche Dokumente beharrt.
- die AU läßt für unsere 2V-BMW's bis zu 4,5% CO zu
-
BMW selbst setzt hingegen 1% als Zielwert (hier
lokale Kopie)
- bei meiner Basic wurden unter 0,6% gemessen - und die Q läuft
astrein, nimmt gut Gas an etc.!
- (ein SLS gibt es auch nicht mehr - wurde nicht bemängelt.)
- Im Mai 2006 fand also die große Prüfung statt - und hier ist der
ersehnte Schein (ich habe vom Amt gleich noch den neuen EU-Brief und
Schein bekommen)


- 60 PS bei 6500 U/min (wie Serie 100 GS)
- 175 km/h (etwas weniger als bei der 100 GS, hier wurde die kürzere
Übersetzung berücksichtigt)
- daher blieb es bezüglich der Reifen bei S
- die Vergaser wurden auch eingetragen
- Fazit:
- Vorbereitung von Unterlagen für ein Gespräch lohnt sich! (Wer
gebaut hat, kennt das vom Thema "Gemeinderat" her.)
- es lohnt sich, nicht gleich aufzugeben, sondern mehrere
Dienststellen zu fragen. Durchaus nicht alle sind bürokratische
Sturköpfe!
- es ist sehr zu empfehlen, vorab ein Gespräch zu führen. Die
Umbauerei ist dann irgendwie entspannter.
-
sehr runder Lauf, weniger Vibrationen in allen Drehzahlbereichen
-
ein vorher aufgetretenes mysteriöses "Klappern"
ist jetzt weg. Beschreibung dieses Geräuschs:
- Auftreten: nicht sofort nach dem Start, sondern beim Losfahren
vom Hof etwa nach 30 m, und dann etwa die ersten 300 m, danach
verschwand es innerhalb weniger m Fahrstrecke und trat für den Rest
des Tages nicht mehr auf.
- Es trat nicht bei jedem Start auf! Irgendwelche
Abhängigkeiten, wann und wann nicht, sind mir nicht aufgefallen
oder klar geworden.
- ein helles, recht lautes Klappern, vermutlich von rechts
- erstmals dürfte das Geräusch mit ca. 15-20.000 km Fahrleistung
aufgetreten sein, der Umbau erfolgte bei 30.000 km. Weitere Schäden:
keine.
- Hypothese: hat dort ein Ventil gegen die
Ölkohleablagerungen auf dem
Kolben geschlagen? Die Ablagerungen waren in den Ventiltaschen
stellenweise ca. 2 mm dick. Vielleicht fand diese Berührung nur
während einer gewissen Phase der unterschiedlich schnellen
Wärmeausdehnung der verschiedenen Teile (Ventil, Kolben, Pleuel,
Zylinder, etc.) statt...?
Fahreindrücke nach dem 1.3.2006
Setup der 40er Vergaser
(Eigentlich ist dieses Thema nicht unbedingt mit dem 1000cm³-Umbau
assoziiert, aber ich lasse es jetzt hier mal stehen.)
- Ausgangspunkt "Hardware": Serien-Einstellung
- ND 2,66
- Düsennadel 3. Raste von oben
- HD 150
- ein kleiner, ein großer Schnorchel
- Leerlaufdüsen beide Serie
- getankt Euro-Super
- zunächst keinerlei Probleme mit Klingeln
Weitere Informationen:
Übersicht
| Nr. |
Datum |
Hauptdüse |
Nadeldüse |
Düsennadel-Stellung |
Düsennadel |
Sonstiges |
| 0 |
03/2006 |
150 |
2,66 |
3. von oben |
Standard |
1 kleiner Schnorchel |
| 1,2 |
04/2006 |
160 |
2,66 |
2. von oben |
Standard |
1 kleiner Schnorchel |
| 3 |
07/2006 |
160 |
2,66 |
2. von oben |
Standard |
2 große Schnorchel |
| 4 |
08/2006 |
160 |
2,66 |
3. von oben |
Standard |
2 große Schnorchel |
| 5 |
08/2006 |
160 |
2,66 |
rechts 3., links 2. v.o. |
Standard |
2 große Schnorchel |
| 6 |
09/2006 |
re. 160, li. 155 |
2,66 |
rechts 3., links 2. v.o. |
Standard |
2 große Schnorchel |
| 7 |
07/2007 |
re. 160, li. 155 |
2,64 |
2. von oben |
Spezial |
2 große Schnorchel |
| 8 |
09/2007 |
re. 160, li. 155 |
2,64 |
3. von oben |
Spezial |
2 große Schnorchel |
| 9 |
05/2008 |
re. 160, li. 155 |
2,66 |
3. von oben |
Standard |
2 große Schnorchel |
| 10 |
07/2008 |
re. 160, li. 155 |
2,66 |
3. von oben |
links Spezial, rechts Standard |
2 große Schnorchel |
Schritt 1
- zunächst Leerlauf auf ca. 1000 -1100 eingestellt, und gut
synchronisiert
- sehr gutes Ansprechen "untenrum", will sagen von 1500 an ist
volles Aufziehen möglich - und bringt tüchtig Drehmoment
- weiter habe ich zunächst nur bis 4000 gedreht, dabei folgende
Beobachtungen
- Vollgas bringt nicht die maximale Leistung bzw. Drehmoment,
sondern etwa 3/4 Gas (beim Gaswegnehmen kommt also Mehrleistung)
- das legt nahe, daß im Volllastbereich etwas nicht optimal ist
(jedoch nicht unbedingt bei vollem Durchsatz!, denn hohe
Drehzahlen wurden noch nicht abgefordert)
- auch dann (bei 3/4 Gas) blieb jedoch der Eindruck einer
leichten Zähigkeit ab ca. 3500 (offenbar das bekannte "Loch",
was ich bei 800 cm³ übrigens nie hatte)
- Maßnahmen:
- die Düsennadel habe ich eine Raste magerer gehängt (2. von
oben),
- ohne spürbare Verschlechterung, daher so belassen.
- Es
wird ohnehin oft gesagt, daß der Teillastbereich serienmäßig
eher fett ist (siehe auch hier,
Achtung: 3 MB!, Kapitel "Vergaser" und "Bedüsung",
sowie MO-Sonderheft "BMW-Motorräder" #19, Okt. 2006,
S. 82, und #22, Juli 2007).
- Es wird ferner geschrieben, daß das Tieferhängen der
Düsennadel erheblich mehr Wirkung zeigt wie eine kleinere
Nadeldüse (vgl. Schritt 7).
- Hauptdüse auf 160: das hat's gebracht! Jetzt ist die
Zähigkeit bei 3500 weg, wobei ich bisher (nach ca. 250 km) noch nicht über 5000 gedreht habe
- inwieweit diese beiden Dinge zur
Theorie passen, möge
jeder für sich beurteilen. Ich finde es schon überraschend, daß
die Hauptdüse, die die schiere Durchflußmenge begrenzt, schon
bei mittleren Drehzahlen (sprich mittlerem Gesamtdurchsatz) so
deutlich wirkt.
Konfiguration und Auswirkung
- Zustand jetzt:
- ND 2,66
- Düsennadel 2. Raste von oben (magerer als Serie)
- HD 160 (fetter als Serie)
- ein kleiner, ein großer Schnorchel
- Effekt: läuft recht gut, aber der Verbrauch ist gegenüber 800 cm³ mit
140er HD von 5 auf 6,3 l gestiegen
, trotz recht milder Fahrweise (Einfahren)

Geplant sind nacheinander folgende Maßnahmen
- Erneuerung der Düsennadel und Nadeldüse ü
- Einbau eines 2. großen Schnorchels ü
- Wechsel auf 155er Hauptdüse ü
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Schritt 2
- Erneuerung der Düsennadel und Nadeldüse (2,66, also Serie): dies
bewirkte, wenn überhaupt, nur eine sehr geringe Änderung. Düsennadel nach
wie vor in der zweitmagersten Stellung (1 magerer als Serie, wie in Schritt
1 dargestellt).
- Der Verbrauch änderte sich nur unwesentlich (ca. 6 l), allerdings war es
nur eine Tankfüllung, ein gewisser Meßfehler ist denkbar.
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Schritt 3
- Einbau eines 2. großen Schnorchels am Luftfilterdeckel
Konfiguration und Auswirkung
- Zustand jetzt:
- ND 2,66
- Düsennadel 2. Raste von oben (magerer als Serie)
- HD 160 (fetter als Serie)
- zwei große Schnorchel (vermutlich magerer als Serie)
- der Haupteffekt war eine deutliche Verbrauchsreduktion auf 5,3 - 5,5 l
(nach wie vor
schonende Fahrweise)
- unverändertes Ansprechverhalten - was ich als Erfolg sehe, denn ich habe
eine Verringerung im unteren Drehzahlbereich befürchtet
- vermutlich infolge der Gemisch-Abmagerung besteht im noch nicht voll
heißen Betriebszustand nun ein sehr leichtes "Pulsieren" bei sehr wenig Gas
(Dahinrollen) unterhalb 3500 Umdrehungen. Dies "Konstantfahrruckeln" zu
nennen, wäre für mich übertrieben, es ist nicht wirklich lästig, und es
verschwindet bei heißem Motor. Wenn das der Preis für nicht vorhandene
Überfettung ist, dann bin ich bereit, ihn zu bezahlen.
- Ich bilde mir ein, gelegentlich beim
Beschleunigen unter starker Last
und bei niedrigen Drehzahlen ein kurzes Klingeln zu hören. Aber das schreckt
mich nicht. Ich sehe es lediglich als Zeichen dafür, daß ich am Limit bezüglich Wirkungsgrad
angekommen bin.
- Update Juli 2006 - Alpentour bei teilweise großer Hitze: das Klingeln
ist regelmäßig zu reproduzieren, und zwar beim Beschleunigen, v.a.
bergauf. Es tritt verstärkt bei sehr hohen Motortemperaturen (Öltemperatur
ca. 140° - ich habe keinen Ölkühler montiert) auf.
- Kerzenbild: unauffällig
- ein letztes Experiment wird sein, die Nadel wieder "eins fetter" zu
hängen, denn sie hängt jetzt eins magerer als Serie, also 2. Raste von oben
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Schritt 4
- August 2006: habe die Düsennadel innerhalb einer Tour "eins fetter"
gehängt, also auf die 3. Raste von oben (= Serieneinstellung).
Konfiguration und Auswirkung
- Zustand jetzt:
- ND 2,66
- Düsennadel 3. Raste von oben (Serie)
- HD 160 (fetter als Serie)
- zwei große Schnorchel (vermutlich magerer als Serie)
- Effekte:
- keinerlei Leistungssteigerung, eher sogar im Gegenteil
- die Klingelneigung ist jedoch vollständig weg
- die Andeutung von "Konstantfahrruckeln" ist weg
- Öltemperatur scheint um 5° geringer zu sein
- Schlussfolgerung:
- nächster Schritt: wieder magerer, und dafür mal 98 Oktan-Super tanken.
Wundern täte mich das aber schon, schließlich habe ich einen an sich
serienmäßigen 1000 cm³-Motor, der mit "Normalbenzin" angegeben ist.
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Schritt 5
- Ende August 2006: ich habe die Kerzen gewechselt und fand dieses
leicht asymmetrische Kerzenbild: links dunkler als rechts. Das
heißt, daß links das Gemisch etwas fetter ist als rechts. Da ich nun
generell und auch in letzter Zeit wenig Vollgas gefahren bin, zeigt
also das Kerzenbild die Verhältnisse bei Teillast an.
- (Rechts ist übrigens die Seite, wo offenbar die meisten
Ventilabrisse passieren, und für diese ist Überhitzung zumindestens
eine der Ursachen. Die Gaswege sind nun mal links & rechts
verschieden, weiß der
,
was das im Einzelnen für Auswirkungen hat.)
- Auch
in einer Diskussion im HPN-Forum wird eine Asymmetrie
angesprochen. Hier wurden re/li verschiedene
Lambda-Werte gemessen -
Ursache blieb unklar.
- ferner kam das Klingeln hauptsächlich von rechts - soweit man
das zuordnen kann
- Schlußfolgerung: ich habe die linke
Düsennadel wieder eins
magerer gestellt, und die rechte so belassen
Konfiguration und Auswirkung
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 linke und rechte Kerze (Bosch W6 DTC) |
- Auswirkung: bei einer ersten Probefahrt, allerdings bei kühlem
Wetter, konnte ich kein Klingeln feststellen. Ich bilde mir ferner
ein, daß der Motor im Teillastbereich um die 3000 U/min weniger
"pulst", und die Spiegel weniger vibrieren
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- Zustand jetzt:
- ND 2,66
- Düsennadel rechts 3. Raste von oben (Serie), links 2. Raste von oben
(magerer)
- HD 160 (fetter als Serie)
- zwei große Schnorchel (vermutlich magerer als Serie)
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Schritt 6
- Hauptdüse auch asymmetrisch: links auf 158 gewechselt, rechts nach wie
vor 160. Anlaß: die
Leistungsmessung und ihre
Interpretation.
- Später dann auf HD 155 links, ohne negative Auswirkungen
Konfiguration und Auswirkung
- Zustand jetzt:
- ND 2,66
- Düsennadel rechts 3. Raste von oben (Serie), links 2. Raste von oben
(magerer)
- HD rechts 160 (fetter als Serie), links 155 (Serie ist 150)
- zwei große Schnorchel (vermutlich magerer als Serie)
- Verbrauch bei meiner Fahrweise jetzt 5,2 - 5,7 l/100 km (Landstraße,
wenig Stadt, selten jenseits 110 km/h)
- Update Oktober 2006: die Neigung zum
Klingeln kam übrigens von einer deutlich nach "früh"
verstellten Zündung (etwa 3
Zähne des Anlasserzahnkranzes).
- Habe diese etwas zurückgenommen (jetzt noch 1 Zahl vor der Markierung,
also immer noch etwas früher als vorgesehen). Jetzt ist das verschwunden.
- Allerdings ist die Gasannahme mit etwas "noch früherer" Frühzündung als
vorgesehen nach meiner Erfahrung ganz hervorragend! Daher taste ich mich
(auch schon bei der XT) immer gerne an die
Klingelgrenze heran - sowohl vergaser- als auch zündungsseitig.
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Schritt 7
- Durch den Artikel im MO-Sonderheft "BMW Motorräder" #22 (Juli-Sept.
2007) neugierig geworden, habe ich das dort beschriebene einmal ausprobiert.
Die Ausgangshypothese des Artikels lautet:
- der niedrige Teillastbereich (= zylindrischer Teil der Nadel taucht
noch in die Nadeldüse ein) ist in der Serienabstimmung geringfügig zu
fett
- der mittlere Teillastbereich (= kegelförmiger Teil der Nadel taucht
in die Nadeldüse ein, der zylindrische Teil ist schon herausgehoben) ist
in der Serienabstimmung deutlicher zu fett
- Empfehlungen daher:
- Nadeldüse 2,66 durch 2,64 ersetzen = 2/100 mm kleiner
- Durchmesser der Düsennadel
im zylindrischen Teil um 1-1,5 Hundertstel reduzieren (abschleifen,
dann polieren), der kegelförmige Teil bleibt unberührt.
- Somit wird
im zylindrischen Teil die Verringerung durch die kleinere Nadeldüse
teilweise wieder kompensiert, somit wird der niedrige
Teillastbereich nur wenig magerer.
- Im kegelförmigen hingegen wirkt die kleinere Nadeldüse voll, der
mittlere Teillastbereich wird stärker abgemagert.
- schließlich die Düsennadel eins tiefer als Serie, auf 2. von
oben (dies sei laut Artikel der deutlichste Eingriff)
- zum Artikel gehört auch eine Excel-Tabelle, in der man den
Erwartungswert der Verbrauchsreduktion über den %ualen Unterschied der Durchgangsquerschnitte
berechnet bekommt
- genau das habe ich in obiger Kombination probiert. Effekt: eindeutig zu mager.
- stärkeres Beschleunigungsklingeln (könnte in der Rückschau
allerdings auch durch die schon wieder beginnenden Ölkohle-Ablagerungen
gefördert worden sein)
- zähere Gasannahme, sowohl im niedrigen als auch höheren
Teillastbereich - das war ausschlaggebend.
- Also wieder zurück auf Originalzustand: ND 2,66, originale
Düsennadeln, 3. Raste von oben
- Effekt: perfekte Gasannahme, jetzt keinerlei Andeutung von "Konstantfahrruckeln"
(es ist jetzt etwas fetter als vor dem Experiment)
- jetzt wird erstmal wieder der Verbrauch bestimmt, und nur wenn
dieser mir zu hoch erscheint (also deutlich mehr als 5,5 - 6 l/100km bei meiner
Fahrweise), werde ich nochmal experimentieren. Dann aber werde ich
beginnen mit folgender Konfiguration:
- Nadeldüse 2,64
- die speziellen Düsennadeln verwenden,
- aber auf 3. Raste von oben = Serien-Position.
- mein Fazit: wenn der Verbrauch nicht zu hoch ist (~5,5 - 6l überland,
ohne Autobahn), dann dürfte die Abstimmung schon recht optimal sein.
Verbräuche von 4,5 l gehören für mich ins Reich der Fabel oder sind Indiz
für sehr ruhigen Fahrstil.
- in jedem Fall werde ich genau diese Teile zukünftig im Hochgebirge
verwenden, ich vermute, dort paßt's genau.
- Nachtrag: Verbrauch 5,57 l/100 km (gemessen über 750 km)
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Schritt 8
- Um die Hypothese vom letzten Mal zu überprüfen (daß nämlich "beides
zusammen" zuviel war), habe ich folgendes konfiguriert:
- Nadeldüse 2,64
- die speziellen Düsennadeln (im zylindrischen Teil 1,5 Hundertstel mm
= 0,015 mm dünner),
- aber auf 3. Raste von oben = Serien-Position.
- Effekt: einwandfrei fahrbar (Gasannahme, Leistung, kein Ruckeln)
- Verbrauch:
- um das mal festzuhalten: offenbar hat
die Motor-Überholung (leichte Verdichtungserhöhung und Doppelzündung) zu
einer Verbrauchsreduktion um 0,3 l/100 km geführt!
Nächster Schritt
Lambda-Test
- April 2008: eine Lambda-Messung mit einer Sprungsonde (diese ist leider nicht allzu
genau) ergab, daß die Bedüsung stimmt. Der Teillastbereich war sogar eher
mager.
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Schritt 9
- Mai 2008, also nach der Überholung des Motors zwecks Entfernung
reichlich
vorhandener Ölkohle
- da sich der Durchschnittverbrauch auf 5,05 l/100 km (über 1500 km
gemessen) eingependelt hat, was sehr wenig ist...
- aber wieder eine Neigung zum Beschleunigungsklingeln zu verzeichnen war,
und zwar umso deutlicher, je wärmer es wurde, ...
- wurde das Teillastsystem erneut kpl. auf Serie zurückgerüstet:
- Nadeldüse 2,66
- Düsennadel Serie, 3. Raste von oben = Serien-Position.
- Ergebnis:
- Verbrauch 5,19 l/100 km
- bilde mir ein, daß die Leistungsentfaltung etwas besser war
- zunächst keinerlei Klingeln mehr, auch kein Beschleunigungsklingeln
(Frühjahr 2008 brachte allerdings eher kühle Witterung)
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Schritt 10
- Juli 2008
- Anlaß: im linken Zylinder Neigung zum Beschleunigungsklingeln bei
Außentemperaturen >30°C
- Maßnahme:
- linke Düsennadel ersetzt durch eine der speziellen (im zylindrischen
Teil 1,5 Hundertstel mm = 0,015 mm dünner), somit unterer
Teillastbereich etwas fetter
- rechnerisch sollte dies den freien Querschnitt um ca. 5% vergrößern.
Eine Vergrößerung der Nadeldüse auf 2,68 vergrößert den freien
Querschnitt um ca. 10%.
- Ergebnis: noch unbekannt.
Aktueller Stand (Juli 2008)
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