Überblick
Vergaser
- eine sehr gute allgemeine Einführung siehe hier
- Bing-Vergaser
- Homepage Rainer Restat: Schwerpunkt
Vergaser
- jede Menge Infos, Tips & Tricks (speziell auch zu Bing-Vergasern) siehe
hier, Kapitel "Vergaser"
Einstellen von Vergasern
(kopiert aus http://aachen.heimat.de/leute/nico/krad/vergaser.htm,
Ergänzungen von mir sind kursiv)
Das folgende stellt dar, wie ein (Einzel-)Vergaser optimal eingestellt
wird. Für Mehrvergaseranlagen (z.B. BMW-Boxer) gilt
dies natürlich auch, aber darauf aufsetzend gilt es danach die Vergaser noch zu
synchronisieren.
Prinzip: in jedem der 3 Wirkungsbereiche des Vergasers durch Ermitteln der
maximalen Leistung mittels Probefahrt das Optimum einstellen. Diese Arbeit wird
auch als die Ermittlung der Bedüsung bezeichnet. Das ist aufwendig,
aber wirkungsvoll!
Statt einer (zeitaufwendigen) Probefahrt ist natürlich auch ein
Leistungsprüfstand denkbar...
Ein Vergaser ist eines der wenigen Dinge, für die es eigentlich keine
Patent-Anleitung geben kann...
Das Wichtigste ist wohl: Zeit lassen! Nicht an einem Nachmittag die komplette
Abstimmung machen wollen!
Bevor man den Vergaser Abstimmen kann, muß erst einmal sicher sein, daß der
schlechte Motorlauf überhaupt am Vergaser liegt! Hört sich blöd an, aber auch
z.B. eine defekte Zündung kann zu ähnlichen Symptomen führen, wie ein falsch
eingestellter Vergaser (siehe hier). Dann muß überprüft werden, ob der Vergaser an sich in
Ordnung und nicht verschmutzt ist. Will sagen, prüfen ob
Falschluft angesaugt wird, ob der Schwimmer
und sein Ventil richtig funktionieren und ob alle Dichtungen und Membrane des
Vergasers in Ordnung sind.
Vorarbeiten
Reinigen des Vergasers:
- Nicht nur der Optik wegen sollte der Vergaser sauber gehalten werden.
Falls z.B. der Schwimmer oder die Düsen verdreckt sind, kann der Vergaser
nicht mehr einwandfrei funktionieren.
- zuerst komplett (!) zerlegen und äußerlich reinigen (ich mache das mit
Benzin und Pinsel)
- für's innere gibt's folgende Methoden:
- Ultraschallgerät - wer's hat ...!
- Meine Lieblingsmethode: im Benzinbad und mittels einer
Arztspritze (5-20 cm³, Kanüle ist nicht notwendig): super zum Durchspritzen
der Kanäle mit Benzin.
- Die Arztspritze an allen Bohrungen (auch vorn an der Stirnseite) ansetzen
und sauberen Sprit durchdrücken. Achtung, es kann dann sonstwo rausspritzen.
Über die Gussform kann erschlossen werden, wo man die Spritze ansetzen muß,
damit es irgendwo rausspritzt. Das ganze über einer Schüssel.
- Speziell die kleinen Bohrungen hinter der Drosselklappe sollten geprüft
werden. Auch hier muß irgendwann was rausspritzen.
- auch "Q-Tips" (Wattestäbchen) leisten gute Dienste, speziell beim
Schwimmernadelventil: hier bleiben
gelegentlich kleine Krümel hängen und werden eingeklemmt, so daß der
Vergaser immerzu überläuft. Als leicht abrasives Reinigungsmittel taugt hier
Ventilschleifpaste fein oder Scheuerpulver oder auch Zahnpasta. Hinterher
natürlich gut "abspülen" !
- Chemisch: in einer leichten Lauge oder Säure. Hierzu ganz besonders muß
der Vergaser vollständig zerlegt werden, damit keine Flüssigkeitsreste im
Vergaser bleiben und antrocknen könnten.
Achtung: alle Säuren lassen das Alu "anlaufen" und matt werden.
- Phosphorsäure: 85%, 1:1 verdünnt. Greift allerdings auch Messing etwas an,
ist ein gebräuchlicher Rostumwandler. (Ist in Cola enthalten...)
- Oxalsäure: greift Alu nicht so stark an
- leichte Zironensäure-Lösung: gibt es in Pulverform in der Apotheke.
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- Nach der Säuberung muß der Vergaser unbedingt gründlich abgetrocknet
werden, besonders die Düsen und Kanäle im Vergaser sollten möglichst mit Preßluft
ausgeblasen werden.
- siehe auch "Tips & Tricks",
Kapitel "Vergaser" / "Reinigung"
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Auf Falschluft prüfen:
- Gibt es irgendwo zwischen Vergaser und Motor eine Undichtigkeit, wird hier
Luft angesaugt. Das nennt man dann Falschluft.
Durch diese Falschluft stimmt natürlich das Mischungsverhältnis von Benzin
und Luft nicht mehr.
- sind die Gummis vor und vor allem nach dem Vergaser porös? Fester
Sitz?
- Eine Kontrolle ist ganz einfach: Bei laufendem Motor wird mit Startpilot
oder WD40 jeder Bereich zwischen Vergaser und Motor fett eingesprüht. Verändert
sich dabei an irgendeiner Stelle das Motorgeräusch, dreht der Motor etwas
schneller oder langsamer, dann zieht der Motor an der besprühten Stelle
Falschluft.
- Manche sprühen auch mit Benzin ab, aber mir ist das Risiko eines Brandes
zu groß...
Bowdenzüge oder Betätigung prüfen:
- alle Züge etc. sollen leichtgängig und unbeschädigt sein
- öffnet die Drosselklappe / der Gasschieber voll? Wodurch wird oberer
und unterer Anschlag gebildet?
Choke / Startvergaser:
- geht der Choke sauber in die Aus-Position zurück (beide Vergaser)? Wodurch
wird oberer und unterer Anschlag gebildet?
Benzinzuführung
- Stories von wegen "durch einen Schlauch ist zu wenig Durchfluß" geistern
in verschiedenen Varianten immer wieder durch die Szene.
- Man möge doch mal folgendes Experiment machen:
- Schlauch vom Vergaser abziehen (damit man alles was davor liegt, mit
einbezieht). Schlauch so lassen, wie er sonst auch liegt, von wegen
Knicke usw.
- eine "Verlängerung" in einen Kanister leiten
- Hahn auf (normal, und auch Reserve)
- Zeit stoppen, bis z.B. der 5l-Kanister voll ist, alternativ: 5 min
laufen lassen und das Volumen messen. Bitte nicht weggehen während des
Versuchs...
- Nun meine Behauptung:
- es ergibt sich eine Durchflußmenge von allermindestens 30l/Std.,
selbst wenn es nur einen Benzinhahn gibt.
- Was bedeutet das? Bei einer Fahrt auf der BAB mit Schnitt 150 mag
der Verbrauch vielleicht bei 10l/100 km liegen, man ist nach 1 Stunde
150 km weit gekommen, also Summe 1,5 * 10 = 15 l. Das ganze in einer
Stunde => 15l/Std.
- Mehr Benzin braucht eine Q pro Zeiteinheit nicht. (Pro Strecke ist
was anderes!) Die Zulieferung langt also locker aus.
- Varianten des Themas:
- "Benzinfilter": das kann ich mir noch am ehesten vorstellen, daß so
ein Ding kräftig bremst.
- "2 oder 1 Hahn": s.o. - ich behaupte, einer genügt. Der 2. ist nur
wegen dem Restvolumen, und auch das nur wenn's nicht schaukelt.
- Fehlerquellen für reduzierten Durchlauf:
- Knicke im Schlauch
- Tankentlüftung
- Filter / Hahn verstopft
- Sonstige Fehlerquellen hinsichtlich Spritversorgung (nicht:
Aufbereitung):
- Schimmerniveau, Nadelventil
- Resonanzen im Schwimmer-System (Vergaser schlecht
vibrationsentkoppelt?)
Schwimmerstand:
-
Jeder Vergaser hat eine kleine Benzinkammer (44), aus der sich die Düsen bedienen.
Der Benzinstand darin muß immer einen bestimmten Pegel halten. Dies wird vom
Schwimmer (40) und seinem Ventil (42,43)
gesteuert. Sinkt der Benzinstand, öffnet der
Schwimmer sein Ventil und Benzin kann nachlaufen. Bei Erreichen des Pegels
schließt das Ventil wieder.
- Stimmt nun der Benzin-Pegel nicht, dann wird das Gemisch zu fett oder zu
mager.
- am Schwimmernadelventil bleiben gelegentlich kleine Krümel hängen und
werden eingeklemmt, so daß der Vergaser immerzu überläuft.
Reinigung siehe hier.
- Zum Prüfen und Justieren des Schwimmers baut man den Schwimmerkammerdeckel
(44) ab. Dann pustet man in den Benzinanschluß und bewegt vorsichtig den Schwimmer
auf und ab. So kann man leicht feststellen, ab wo das Schwimmerventil öffnet
und schließt.
- Im Handbuch oder Reparaturanleitung kann nun verglichen werden, ob der
Schwimmer korrekt arbeitet. Ist dies nicht der Fall, kann meistens durch
vorsichtiges Verbiegen des Schwimmerhaltebleches nachjustiert werden.
- Beim originalen Mikuni-Vergaser der SR z.B. müssen die Gussnähte des
Schwimmer parallel zum Rand der Schwimmerkammer sein.
Bei DellOrto Vergasern muß ein bestimmter Abstand zwischen Schwimmerunterkante
und Rand der Schwimmerkammer eingehalten werden. Für die bekannten PHM Typen
beträgt dieser Abstand zum Beispiel 17,5-18,5 mm.
- BMW-Bings: Zur Einstellung ist auf der linken Seite des Schwimmers
(ja, nur auf der linken) ein Strich, mit dessen Hilfe man die Schwimmer
waagrecht stellt (an der unteren Kante des Vergasers ausrichten) und das
Plättchen so verbiegt, dass genau ab dann kein Benzin mehr kommt. Und
um noch ein bisschen Kraftstoff zu sparen, biegt man es genau dann noch
ein winziges Stück weiter.
- Mehrvergaser-Anlagen: es muß in allen Vergasern derselbe
"Pegel" bestehen. Also: abbauen und prüfen ob das so ist.
- BMW: Achtung: bei der zuletzt abgenommenen Schwimmerkammer läuft
noch der Inhalt des Verbindungsschlauches zwischen den 2 Vergasern nach!
Dichtungen und Membrane:
- werden einfach ausgebaut und auf Brüchigkeit
überprüft. Im Zweifelsfall lieber austauschen...
- Tip: es passen auch die Membranen von bestimmten Stromberg-Vergasern,
die teilweise erheblich günstiger zu bekommen sind (z.B. hier:
www.jn-wassersport.de )
- Vergasermembrane für Bing Typ 94 / 165-811 Stromberg Vergaser CD 175
Durchm. ca 90mm (Art.Nr. 17666)
- Vergasermembrane für Bing Typ 64 / 165-810 Stromberg Vergaser CD 150
Durchm. ca 80mm (Art.Nr. 17973)
- BMW - Test Membranen- und Gleichdruckschieber Funktion:
- Hintere Vergaser-Ansaugrohre abhängen. Mit Luftdruckpistole
vorsichtig aus ein paar cm (ca. 10) Distanz in die ovale Öffnung über
dem Ansaugrohr blasen. Dabei in das Ansaugrohr auf den
Gleichdruckschieber blicken.
- Die Luftdruckpistole simuliert einen Luftdruckunterschied an den
beiden Seiten des Vergasers, weshalb der Schieber wie im Betrieb anhebt
und die Nadel die Hauptdüsenstock-Ringfläche vergrößert, damit mehr
Benzin beigemischt würde.
- die Blasstärke fein variieren und den Abstand von ca. 10 cm
verringern, bis sich der Differenzdruckschieber fein anhebt bzw. wieder
absenkt, wenn die Intensität des Luftstromes nachlässt.
- vorsichtig, damit nicht die Membrane beschädigt wird. Heben beide Schieber
sauber ansprechend an?. Wenn einer nicht anhebt, so erhält dessen
Zylinder zuwenig oder fast kein Benzin ins Gemisch – leere Luft brennt
schlecht – dann ist dort die Membrane gerissen und muss ersetzt
werden. Es wird empfohlen, dann gleich beide Membranen zu ersetzen.
Und nun zum Einstellen selbst:
Lambda: Maßzahl für Gemischverhältnis
- im Prinzip ist das Ziel der folgenden Bemühungen, in allen Lastbereichen
ein möglichst optimales Gemisch zu liefern,
welches dann noch durch die anderen Teilsysteme des Motors möglichst optimal
verwertet wird
- was ist nun aber das optimale Gemisch?
- das Zauberwort hierbei heißt "Lambda". Hierzu gibt es viele
Abhandlungen.
- Hier dazu daher nur soviel: Lambda=1 ist eine theoretisch optimale
Verbrennung, in der Praxis geht man bei Motorrädern mit Vergasern meist auf
Lambda=0,9 - das ist leicht überfettet, Lambdawerte kleiner 1 sind "mager"
- genaueste Einstellung ist nur mittels
Lambdasonde möglich
Die Phasen der Gasschieberöffnung oder die
verschiedenen Subsysteme
-
Zum Abstimmen eines Vergasers probiert man nun nacheinander verschiedene Düsen
in verschiedenen Größen aus.
Um aber zu wissen, welche Düse was beeinflußt, hier erst mal ein kleines
Bildchen des Querschnittes eines Ansaugkanals mit Einteilungen der
Gasschieberöffnungen. (Anklicken ð Sprung zum zugehörigen Abschnitt.)

(aus dem Handbuch 1.1 zu DellOrto Vergasern von Stein & Dinse)
| A |
In dieser Phase wird der Leerlauf durch die Leerlaufeinstellschraube
und die Leerlaufgemisch-Einstellschraube (7)
bestimmt, sowie durch die
Anschlagschraube des Gasschiebers bzw. der Drosselklappe (34).
Das sog. "Leerlaufsystem" besteht nämlich nicht nur aus
Leerlaufdüse (5) etc., sondern auch aus den ersten paar Prozent des
"nächsthöheren" Systems. Siehe hier
zu den Begriffen. |
| B |
In der Beschleunigungsphase wird die Gemischbereitstellung über das
Leerlaufsystem durch die Gemischzufuhr über eine weitere Luftöffnung
ergänzt (Anreicherungssystem).
Der Kraftstoff wird ebenfalls über die Leerlaufdüse angesogen. Wichtig
ist die richtige Wahl der Leerlaufdüse und des halbkreisförmigen
Ausschnittes im Gasschieber.
Der Ausschnitt im Gasschieber (oder die Form der Drosselklappe, 23)
beeinflußt die Gemischbildung bis etwa
zur halben Gasschieberöffnung.
Da man jedoch für verschiedene Gasschieberausschnitte auch verschiedene
Gasschieber braucht, beläßt man es lieber mit Rücksicht auf den
Geldbeutel beim originalen... |
| C |
Gemischzufuhr wird allmählich um das Hauptsystem ergänzt. Zerstäuber
(2) und Nadel (4)
bestimmen wesentlich die Zusammensetzung. |
| D |
Bei ganz geöffnetem Gasschieber kann die Größe der Hauptdüse
(1) bestimmt werden. Nadelstellung hat keinen Einfluß mehr, wenn die
Nadel hierbei ganz aus der Nadeldüse ausfährt. |
Zusammenfassung:

Und jetzt zum eigentlichen Abstimmen:
-
(mehr oder weniger Abgeschrieben aus dem empfehlenswerten Buch: 'Besser machen -
Arbeiten an Motorrädern' von Carl Hertweck - welcher der erste Chefredakteur
der Zeitschrift 'Das Motorrad' nach dem Krieg war)
-
Benötigt werden einmal eine längere ebene Straße und einmal eine längere
Steigung. Die Steigung wird gebraucht, um den Motor bei geringeren
Geschwindigkeiten/Drehzahlen schuften zu lassen.
-
An diesen Strecken braucht man nun entweder Markierungen (z.B. Bäume) oder
einen sehr genau gehenden Tacho, z.B. einen digitalen Fahrradtacho.
-
Und natürlich braucht man ein Notizbuch...
-
Man kontrolliert, ob der Gasschieber wirklich schließt. Ob also nicht etwa bei
Standgas noch Spannung im Gaszug ist. Man sagt, etwa 1 mm Spiel muß sein.
Umwelteinflüsse
-
Eine Abnahme des Luftdruckes, eine Temperaturerhöhung oder der Betrieb in größeren
Höhen bedeuten eine Gemischanreicherung und erfordern kleinere Düsen.
-
Steigt der Luftdruck, sinkt die Temperatur, oder wird der Motor in geringen Höhen
betrieben, müssen größere Düsen verwendet werden.
Die Vollgaseinstellung (D):
-
Es ist eigentlich nur eine alte Gewohnheit, bei der Regulierung mit der
Vollgaseinstellung zu beginnen. Man braucht dazu auf Anhieb mindestens vier
verschiedene Hauptdüsen: Die Originaldüse, die nächst kleinere und die beiden
nächst größeren.
-
Dann fährt man die Kiste richtig warm. Auf der ebenen Strecke wird jetzt die Höchstgeschwindigkeit
ermittelt und aufgeschrieben (oder eben Leistungsprüfstand). Wenn man jetzt Gas wegnimmt, und zwar zunächst
ganz wenig, dann darf die Maschine dadurch nicht schneller werden. Das ist ein
untrügliches Zeichen dafür, daß die Hauptdüse noch zu niedrig ist, also die
nächste größere Hauptdüse rein. Bei wiederholtem Vollgastest sollte man
jetzt eine deutlich höhere Tachometerablesung erhalten.
-
Beim Zudrehen wird die Maschine vielleicht nicht mehr schneller, man wird aber
wahrscheinlich immer noch ein ganzes Ende zudrehen können, ohne daß sie
deutlich langsamer wird. Das ist das Indiz dafür, daß man eine noch größere
Hauptdüse braucht, die genauso wieder mit einer Kontrollfahrt geprüft wird.
-
In ganz groben Fällen fängt der Motor bei Vollgas sogar an zu patschen, dann
ist die Hauptdüse natürlich ganz gewaltig zu klein, allerdings darf man da
dann auch nicht bloß an der Hauptdüse suchen. Dann liegt nämlich auch meist
eine Behinderung im Kraftstoffzufluß vor.
Man wird bei diesem Verfahren, wenn man also bei der mageren Seite beginnt, so
ungefähr beim zehnten Aufschrieb eine Düsengröße finden, von der ab die
erzielbare Höchstgeschwindigkeit nicht mehr steigt.
-
Man kann sogar noch 2-3 Düsengrößen weitergehen, die einmal erreichte Höchstgeschwindigkeit
bleibt erhalten. (Gilt nur bei manchen Vergasern! Bei den SR-Mikunis z.B. sind
die Hauptdüsenabstände untereinander sehr groß.)
-
Daraus ergibt sich die Regel, die Hauptdüse zu nehmen, die eine Nummer höher
ist als die Größe, von der ab die konstant gebliebene Höchstgeschwindigkeit
erzielt wurde. Mit dieser um mindestens eine Nummer größeren Hauptdüse
erkauft man sich nämlich Vollgassicherheit auf der Autobahn, man ist damit
sicher, auch dann nicht in einem armen Bereich zu fahren, wenn der Luftdruck
ansteigt, die Temperatur sinkt oder der Motor in geringeren Höhen betrieben
wird.
- (leichte) Überfettung bei Volllast = Innenkühlung des Motors
- diese Methode beißt sich natürlich mit den heutigen Konzepten zur
Schadstoff- und Verbrauchs-Minimierung.
Die Nadeleinstellung (C):
-
Dieses Teilsystem besteht aus Nadel und Nadeldüse. Vor allem letztere gibt
es für die meisten Vergaser in verschiedenen Größen. Im folgenden wird jedoch
nur auf die Stellung der Nadel eingegangen und angenommen, daß die Nadeldüse
schon die richtige ist.
-
Die Vollgaseinstellung bzw. die Größe der Hauptdüse hätten wir ja jetzt,
wenigstens mit großer Näherung, nunmehr wird die genaue Einregelung der
Nadelstellung wichtig, die noch einmal ebensoviel Umstände macht.
-
Vor allem müssen wir dafür sorgen, daß der Vergaserschieber jetzt nur noch
bis zur Hälfte aufgezogen werden kann, ein 34 mm Vergaser muß also genau 17 mm
aufgezogen werden können. Es wäre witzlos, das mit einer Marke am Drehgriff
bewerkstelligen zu wollen, das wäre weitaus zu ungenau. Die gewerbsmäßigen
Vergasereinsteller machen das so, daß sie sich aus einem passenden Rohr
Abschnitte zurechtsägen, die oberhalb des Schiebers in die Mischkammer
eingesetzt werden, so daß der Schieber sich eben nur zur Hälfte aufziehen
läßt.
-
Also, etwas Einfallsreichtum ist jetzt gefragt. Bei den SR-Mikunis könnte man
z.B. die Anschlagschraube weit genug herausdrehen...
Wer es noch nie gemacht hat, wird verblüfft sein, wie schnell die Maschine
immer noch geht, obwohl sich der Vergaser nur noch halb öffnen läßt. Es ist
schon viel, wenn eine Maschine dabei 15% ihrer Höchstgeschwindigkeit verliert,
meist sind es nur 10%. (Die SR sollte also noch knapp 120 laufen... Habe ich
aber noch nicht ausprobiert...)
 |
Eine Lösung des Problems vom alten Carl Hertweck:
Bei den Bings sitzt der Gaszug so schön auf der Seite, da ist es
einfach, in den Schieberkammerdeckel ein zweites Loch zu bohren. Dann
wurde ein Anschlagstift eingesetzt und sicher gekontert. |
-
Man hat jetzt nichts anderes zu tun, als bei verschiedenen Fahrten mit
unterschiedlichen Nadelstellungen eben die Nadelstellung zu finden, bei der die
Maschine am schnellsten geht.
-
Es gibt nicht viele Leute, die diese Arbeit jemals gemacht haben, wer es aber
hat, ist um zwei Erfahrungen reicher: Der Reiseverbrauch eines Motorrades wird
nun einmal weitgehend nicht durch die Hauptdüse, sondern durch die
Nadelstellung bestimmt, man wundert sich da auch nicht mehr, warum die Industrie
seit Jahren (Herausgabedatum des Artikels: 1959) straflos viel zu kleine Hauptdüsen
vorschreibt. Die allermeisten Motorradfahrer fahren nur ausnahmsweise einmal im
Hauptdüsenbereich, wo also deren Größe wichtig wäre, so daß sich schon die
Meinung festsetzen kann, diese zu kleinen Hauptdüsen seien ungefährlich.
-
Weil der Streckenverbrauch durch die Nadelstellung noch weit energischer
beeinflußt wird als durch die Hauptdüsengröße, braucht man sich vollends
nicht zu wundern, wenn die in den Handbüchern angegebenen Nadelstellungen erst
recht viel zu mager sind.
-
Wenn man die optimale Nadelstellung gefunden hat, empfiehlt sich auf jeden Fall
eine nochmalige Kontrolle der Hauptdüseneinstellung. Man macht also ein paar
Kontrollfahrten mit Vollgas und vergleicht die Ergebnisse mit den Aufschrieben
der ersten Vollgasfahrt, es ist nämlich durchaus möglich, daß man auf Grund
der neu gefundenen Nadeleinstellung wieder eine andere Hauptdüse braucht.
-
Diese Sektion ist natürlich auf Gleichdruckvergaser wie bei den
BMW-2V-Boxern nicht direkt übertragbar. Hier müßte man wohl über "halbe
Drosselklappe" gehen - oder vielleicht wirklich über einen solchen Schieberanschlag?
Meine Erfahrungen ruhen bezüglich des Teillastsystems auf dem Beobachten des Beschleunigungsverhaltens
bei Änderungen der Nadelstellung.
Wie funktioniert das ganze bei
Gleichdruckvergasern? (v.a. Bing-Vergaser der BMW)
- BMW: welche Nadeldüsen und Düsennadeln
gibt es?
- Nadeldüse ó
Düsennadel?
- siehe hier zu einer
Versuchsreihe in der Praxis (mit Lambdasonde)
- ich möchte hier keine Darstellung des Funktionsprinzips des
Gleichdruckvergasers liefern - siehe dazu
hier (ein bißchen weiter unten). Nur soviel: der Gleichdruckvergaser "lebt" vom
Druckunterschied an folgenden 2 Stellen:
- im Ansaugrohr: der "Venturi-Effekt" verursacht Unterdruck, welcher
in den Raum oberhalb (!) der Membran "weitergereicht" wird
- Außendruck bzw. der Luftdruck im Ansaugrohr vor dem Vergaser
(in Richtung Luftfilter)
- (der Druckunterschied vor und hinter der Drosselklappe
hingegen ist hierfür irrelevant)
- Bei geringer Last (nicht zu verwechseln mit geringer Drehzahl) taucht
der zylindrische Teil der Düsennadel noch in die Nadeldüse ein. Der
Ringspalt zwischen Nadeldüse und Düsennadel ist also jetzt auf seinem
Minimum.
- Hebt sich nun der Gleichdruckkolben durch Verstärkung des Unterdrucks an
(gegen den Widerstand der Feder),
dann fährt dadurch die Düsennadel soweit raus, daß ihr konisches Ende je
nach Höhe einen unterschiedlich großen Ringspalt freigibt, und somit mehr
oder weniger Benzin angesaugt werden kann.
- Die Düsennadel ist so bemessen, daß nicht sofort der konische Teil
erscheint, sondern die ersten paar mm Hebung noch der zylindrische Teil der
Düsennadel den freien Ringspalt-Querschnitt steuert. Erst wenn sich der
Gleichdruckkolben weiter hebt, dann erscheint der konische Tel der
Düsennadel
- im Stand (also ohne Last) hebt sich übrigens der Gleichdruckkolben erst
erstaunlich spät: unter 3000/min rührt er sich gar nicht, und erst bei
Drehzahlen über 5000 hebt er sich stärker. Unter Last geschieht diese
deutliche Anhebung sicher bedeutend früher - es ist nur schwer zu
beobachten, bei abgenommenen Ansaugrohren muß man sich während der Fahrt
stark bücken ...
- Aus diesem Wechselspiel ergibt sich eine Lastabhängigkeit und eine bestimmte Verzögerung
bei Veränderung der Position des Gleichdruckkolbens. Hängt die Nadel höher,
wird schon früher (also bei geringerer Last), und beim "Aufziehen" früher,
angefettet.
- Bezüglich der Auswirkung von
längeren (oder härteren) Federn gibt es verschiedene Ansichten - aber
nur eine davon stimmt.
- Aussage 1: Feder länger ð Gemisch fetter:
- längere (oder härtere) Feder hält den Kolben länger unten
ð
weniger Querschnitt ð mehr Sog
ð
mehr Benzin.
- Federn kürzer: dann läuft der Motor etwas magerer, da der Kolben schneller
aufmacht beim Beschleunigen ð Abmagerung.
- Aussage 2: Feder länger ð Gemisch magerer:
- der Ringspalt-Querschnitt, der zwischen Düsennadel und Nadeldüse frei ist,
ist umso größer, je höher der Gleichdruckkolben ansteigt. Das wiederum
geschieht später bei einer Feder, die weniger nachgibt.
- Was stimmt nun? Antwort: Aussage 1. Eine längere oder
härtere Feder bewirkt eine Anfettung.
- Wichtig ist auch, daß die Federn exakt gleichlang bzw.
noch genauer: gleich hart sind. Denn sonst hebt sich ein Schieber bei
an sich gleichen Unterdruckverhältnissen vor dem anderen, weil der
Widerstand durch die Feder geringer ist. Dies kann mit einer geeigneten
Waage überprüft werden: Feder z.B. auf halbe Länge zusammendrücken
ð muß gleiche Kraft bedeuten.
|
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- von BMW gibt es 2 Generationen dieser Federn:
- Die Feder mit der Ersatzteil-Nummer: 13 11 1 335 324, 115 mm, 30
Windungen, wurde bis Ende 1984 verwendet.
- Die Feder mit der Ersatzteil-Nummer: 13 11 1 338 134, 120mm, 20
Windungen, wurde ab 1985 verwendet. Diese ist etwas härter.
- diese Federn kommen sowohl in den 32ern als auch den 40er Vergasern
zum Einsatz.
- Neben den Federn gibt es noch einen weiteren Aspekt, der die Bewegung
des Ausgleichskolbens steuert: die verschiedenen Bohrungen, die die
Bewegungen des Ausgleichskolbens dämpfen.
Siehe dazu
hier.
- Effekt von Düsennadel und
Nadeldüse:
- das Umhängen der Düsennadel um eine Rastung wirkt sich anders aus als eine um eine Stufe andere Nadeldüse:
- eine kleinere Nadeldüse wirkt über den gesamten Bereich, magert
also auch den unteren Teillastbereich ab, wo der zylindrische
Teil der Düsennadel wirkt. Und auch "weiter oben" wird durch die kleinere
Nadeldüse der Ringspalt verkleinert.
- das Umhängen der Düsennadel (z.B. eins "magerer", also tiefer
hängen, also z.B. von Ring 3 nach Ring 2) wirkt nicht im unteren
Teillastbereich, wo der zylindrische Teil der Düsennadel in der Nadeldüse
steckt. Das Umhängen der Düsennadel wirkt erst im oberen Teillastbereich,
wo der konische Teil der Düsennadel wirkt. Im Fall von Tieferhängen der
Düsennadel würde der gleiche Ringquerschnitt wie vor dem Umhängen erst bei
einer weiteren Öffnung des Kolbens erreicht, also "später", also bewirkt
dies eine Abmagerung
- (siehe auch MO-Sonderheft
"BMW-Motorräder" #19, S. 82-83).
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- siehe zu diesem Thema auch "Tips &
Tricks", Abschnitt "Vergaser" (dort u.a. eine Funktionsbeschreibung des
Gleichdruckvergasers)
- folgende Abbildungen und Texte dazu stammen von
www.motorrad.de. Dort sind auch
alle anderen Komponenten eines Vergasers schön erklärt.
Wenn Luft durch das Rohr strömt und den engeren Bereich passiert,
muß sie an dieser Stelle schneller strömen, als in den anderen
Bereichen. Dadurch entsteht an der Engstelle ein Unterdruck (wie an
der Oberseite einer Tragfläche). Ist an der Engstelle ein Röhrchen
angebracht, welches mit Benzin gefüllt ist, so wird dieses von dem
Unterdruck im Venturirohr angesaugt und mitgerissen.
Bisher gibt es noch keinerlei Regelung: bauen wir in unseren
Vergaser einfach mal einen Schieber ein; und wenn wir schon dabei
sind bekommt er auch gleich seine Düsennadel (rot) und die Nadeldüse
(grün). Je nachdem wie der Schieber steht verschließt die Düsennadel
mehr oder weniger die Nadeldüse. So weit so gut.
Aber: wenn wir den Schieber schlagartig aufziehen ist der ganze
Querschnitt geöffnet, der Motor hat aber noch eine geringe
Leerlaufdrehzahl, und der Unterdruck im Venturirohr sinkt an der
engsten Stelle ab. Dadurch kann nicht mehr genug Benzin angesaugt
werden. – Unser Motor läuft zu mager bzw. er stirbt ab (Die
Flachschiebervergaserfahrer dürften das reichlich kennen!!).
Umgekehrt überfettet unser Motor natürlich, wenn der Schieber
geschlossen wird. Um das zu ändern bauen wir einfach eine
automatische Schieberregelung ein - das Resultat nennt man dann
"Gleichdruckvergaser".
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Strömt Luft durch unser Venturirohr, entsteht ja unser bekannter
Unterdruck, - und der verbreitet sich durch die Öffnung (rot
eingekreist) im Schieber. Dieser Unterdruck (grün) hebt den
Schieber, gegen den Umgebungsdruck (blauer Kreis), getrennt durch
die Membrane (orange), an, bis sich ein Gleichgewicht eingestellt
hat.
(Anmerkung: physikalisch korrekt lautet es natürlich "da der
Umgebungsdruck größer als der Innendruck im grünen Luftraum ist,
wird die Trennmembran nach oben gedrückt, und mit ihr der Kolben".)
Jetzt fehlt wiederum eine Regel-Möglichkeit, denn dieses System
läuft automatisch. Es fehlt also die Drosselklappe... (Rest
siehe hier)
|
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Was passiert nun beim Gas-Aufreißen beim
Gleichdruckvergaser?
- Ausgangspunkt sei ein geringer Lastzustand, wir rollen bei fast
geschlossener DK so dahin.
- der Kolben ist in dem Moment noch unten, weil ihn sein Gewicht und /
oder die Feder runterdrücken.
- ein nur geringer Gasstrom strömt unter dem Kolben hindurch, somit
besteht an der Nadeldüse geringer Unterdruck, es wird (passend zur geringen
Luftmenge) wenig Sprit hierüber angesaugt - das Gemisch paßt also.
- jetzt soll in unserem Gedankenexperiment die DK voll geöffnet werden.
Der Kolben ist aber in dem Moment noch unten!
- somit herrscht an der Nadeldüse hoher Unterdruck, das Gemisch wird
angefettet.
- Der Kolben bleibt nun aber nicht unten, sondern geht relativ schnell
nach oben, weil ...
- ... durch die rot umkringelte Bohrung im Kolben infolge desselben
Unterdrucks, der unter #5 viel Sprit angesaugt hat, auch Luft aus dem grünen
Volumen abgesaugt wird. Infolgedessen sinkt dort der Druck und...
- ... der Kolben wird mehr oder weniger schnell angehoben (die
Geschwindigkeit des Anhebens kann man übrigens durch die div. Bohrungen im
und oberhalb des Kolbens beeinflussen, eine davon ist blau umkringelt)
- der Unterdruck an der Nadeldüse ist jetzt nicht mehr so groß, dafür aber
ist der Gas-Volumensstrom viel größer, somit wird deutlich mehr Sprit
mitgerissen. Ferner ist durch die Hebung der konischen Düsennadel der
Ringspalt jetzt größer geworden, somit genügt jetzt ein geringerer
Unterdruck, um dieselbe oder eine deutlich größere Menge Sprit pro
Zeiteinheit anzusaugen. (So ist erklärt, warum jetzt insgesamt mehr Sprit
verbraucht wird als unter #5.)
- die Aufgabe des Entwicklers liegt nun darin, in zahllosen Versuchen alle
Parameter, wie die Geschwindigkeit der Hebung, die Düsenquerschnitte und
ihre Änderung. usw. so aufeinander abzustimmen, daß das ganze Wunderwerk in
allen Lastzuständen das passende Gemisch liefert.
Die Leerlaufeinstellung (A)
-
Begriffe: wenn hier immer von Leerlaufluftschraube gesprochen wird, gilt es natürlich
genauso für Vergaser mit Leerlaufgemischschraube...
- Leerlaufdüse: kann eine Luftdüse oder eine Kraftstoffdüse
sein. Düsen haben einen genauen Durchmseeser, sind jedoch nicht regulierbar
(sind also keine Schrauben)
- Leerlaufluftdüse: eine von Luft durchflossene düse, meist am Vergaser
in Richtung Luftfilter, vor der Drosselklappe/Schieber gelegen
- Leerlauf(kraftstoff)düse: eine Kraftstoffdüse, in die Schwimmerkammer
eintauchend oder in ihr selbst montiert
- Der Kraftstoff für den Leerlauf
wird durch die Leerlaufdüse dosiert und mit der durch die Leerlaufluftdüse
eintretenden Luft zu einer Emulsion vermengt. Diese Leerlaufemulsion gelangt
über einen Kanal zur Leeriaufaustrittsbohrung. Die Menge der Emulsion kann
durch die Leerlaufgemisch(regulier)schraube dosiert werden.
Aus dieser Bohrung wird bei (fast vollkommen) geschlossener Drosselklappe
Leerlaufemulsion in den Saugkanal abgesaugt. Dieses "primäre"
Leerlaufgemisch (diese Emulsion) ist sehr fett, es wird dann auf den
endgültige Mischung "verdünnt", indem noch Luft durch den ein
wenig offenen Spalt der Drosselklappe gesaugt wird. Daher wird durch das Zudrehen
der Schraube eine Abmagerung des Leerlaufgemischs erreicht.
- Zusätzlich oder alternativ zu dieser Leerlaufgemisch(regulier)schraube
kann es noch eine weitere Leerlaufluft(regulier)schraube geben, die die
Menge der Luft begrenzt. Deren Zudrehen bewirkt dann eher eine Anfettung des
Gemischs.
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- die rechte Abbildung und Text dazu (teilweise) stammen von
www.motorrad.de:
Das Benzin wird über die Leerlaufdüse(rot) angesaugt, und dabei
schon mal grob vordosiert. Danach gelangt es an der
Gemischregulierschraube (blau) in unser Venturirohr. Damit der
Benzinnebel auch schön fein ist wird das Benzin an der Leerlaufdüse
schon mal über den Leerlaufluftkanal (grün) vorgemischt. (Dort sitzt
meist auch noch eine Düse, in der Regel nicht demontierbar.)(Für
die Selbstbastler: wenn der Vergaser verdreckt ist, ist meist die
Leerlaufdüse als erstes dicht. Das ist dann zwar ärgerlich, weil der
Motor nicht mehr läuft; - gefährlich ist es aber, wenn die Düsen nur
leicht zuwachsen (z.B. beim Überwintern, wenn der Sprit nicht
abgelassen wurde), dann läuft der Motor immer zu mager, und kann im
Extremfall fressen.)
Bei Leerlaufproblemen: den grünen Luft-Kanal reinigen (Benzin
durchspritzen, Druckluft)
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Es gibt nun zur Einstellung zwei Methoden: eine schnelle, die jedoch Einbußen bei der
Beschleunigung und hohe Verbräuche bringen kann, und eine aufwendige, aber
genauere Art.
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Die schnelle Methode:
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Man bockt die warmgefahrene Maschine auf, dreht den Gasgriff ganz zu und stellt
mit der Schieberanschlagschraube eine mäßig schnelle Leerlaufdrehzahl des
Motors ein. Daraufhin dreht man an der Leerlaufluftschraube so lang hin und her,
bis man bei der einstweilen festgehaltenen Stellung der Schieberanschlagschraube
die höchstmögliche Drehzahl erhält.
-
Wenn einem dabei der Motor wieder ins Rasen gerät, wird er durch Nachstellen
der Anschlagschraube abermals auf manierliche Drehzahlen heruntergebracht und
das Spiel mit der Luftschraube wiederholt, bis man eben die
Luftschraubenstellung heraus hat, bei welcher der Motor die höchste
Leerlaufdrehzahl bei gleichzeitig niedrigster Einstellung der Anschlagschraube
hat.
Die
genauere Methode:
-
Um nun eine einwandfreie Einstellung nicht so sehr des Leerlaufs, als vielmehr für
niedrige Leistungen zu bekommen, muß man radikal anders vorgehen, man braucht
hierzu wieder dieselbe Anschlagschraube, mit der wir schon die Nadelstellung
reguliert haben. Nur muß man diese Anschlagschraube jetzt so einstellen, daß
der Schieber sich zunächst nur um ungefähr 1/10 seiner maximalen Hubhöhe
hochziehen läßt.
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Und damit wird wieder gefahren!
-
Mancher wird jetzt erstaunt sein und sagen, daß man damit ja gar nicht fahren könne.
Eine Max, deren 26'er Vergaser also gerade einmal 2,5 mm geöffnet werden soll,
läuft so jedoch immer noch an die 50 km/h. In den meisten Fällen ist man dabei
nicht einmal auf den ersten Gang angewiesen, auf ebener Strecke kann man meist
in den zweiten gehen, der dabei naturgemäß jedoch nicht voll ausgefahren
werden kann. Der Motor hat also im zweiten Gang zu schleppen, dreht aber
ausgesprochen schön rund und man kommt bei mehreren Meßfahrten in überzeugender
Weise zu immer wieder denselben Höchstgeschwindigkeiten.
-
Man hat nun also nichts anderes zu tun, als die Einstellung der
Leerlaufluftschraube so lange zu ändern, bis wieder eine optimale Höchstgeschwindigkeit
herauskommt. Man ändert die Schraubenstellung von 90 zu 90 Winkelgraden, weil
sich das am einfachsten merken läßt.
-
Kommt man dabei allerdings zu extremen Luftschraubenstellungen, also unterhalb
einer Umdrehung auf oder knapp vor ganz auf, dann stimmt die Leerlaufdüse nicht
und muß sinngemäß geändert werden.
Die wirklich kritische Prüfung kommt aber erst jetzt:
-
Nachdem bei 1/10 Schieberöffnung alles in bester Butter ist, verdoppelt man
diese Öffnung, geht also auf 1/5, indem man die Anschlagschraube entsprechend
anders einstellt. Damit wird der Apparat schon verdammt schnell fahren, man
kommt fast immer in den dritten Gang.
-
Mit dieser Schieberstellung macht man wieder seine Versuchsfahrten, probiert
also, ob sich durch veränderte Einstellung der Leerlaufluftschraube eine andere
Spitze erzielen läßt.
-
Wohl dem, der auch bei 1/5 Öffnung keine oder kaum andere Schraubenstellung
braucht als bei 1/10...
-
Es kann aber auch sein, daß für 1/5 Öffnung die Schraube so eingestellt
werden muß, daß der Motorlauf bei 1/10 Öffnung völlig undiskutabel ist und
der Motor dabei weit überfettet läuft, im Standlauf sogar nach kurzer Zeit mit
schwarz gewordener Kerze stehen bleibt.
-
Um diesem begegnen zu können, gibt es nun Gasschieber mit verschiedenen
Ausschnitten. Wenn der Vergaser also bei 1/10 Öffnung richtig eingestellt ist,
um dann bei 1/5 Öffnung zu patschen, kann man einen Schieber mit kleinerem
Ausschnitt nehmen, der einen fetteren Übergang gibt.
-
In Carl Hertwecks Buch wird jetzt noch eine Möglichkeit beschrieben, den
Ausschnitt eines Schiebers nachträglich zu verkleinern. Im wesentlichen geht es
darum, ein Messingblechstück mittels Komponentenkleber in den vorhandenen
Ausschnitt zu kleben und anschließend einen neuen Ausschnitt zu feilen. Jedoch
möchte ich dies hier nicht empfehlen. Nachher versuch das jemand, nimmt einen
billigen Kleber und das Messingblechstück fliegt ihm irgendwann in den Motor
und das wars dann...
-
Löten fällt hier auch aus, da die heutigen Schieber hartverchromt sind.
Einstellung "unter Last":
-
Noch bei der Nadeleinstellung mit halber Schieberöffnung kommt man mit der
ebenen Prüfstrecke ganz gut aus. Zuweilen stellt man aber dabei fest, daß
die Nadelstellung kein ausgesprochenes Optimum zeigt, daß es für 2-3
Positionen egal zu sein scheint, wo man die Nadel hinhängt.
-
Wenn diese grobe Einstellung der Nadel da ist, gehen wir an die Bergstrecke.
Wenn die Maschine richtig zu schleppen hat, läßt sich die Nadelposition viel
schärfer einstellen.
-
Ebenso kann man bei 1/5 Schieberöffnung die Leerlaufluftschraube einstellen.
Das war's!!
Viel Spaß bei den Einstellungsfahrten!
(Ende Zitat aus http://aachen.heimat.de/leute/nico/krad/vergaser.htm)
Vergaser einstellen und synchronisieren (BMW 2V-Boxer)
Siehe hier zur Erklärung der
Funktionsweise des Teillast-Systems bei Gleichdruckvergasern.
Das folgende wurde in Auszügen kopiert aus http://www.restat.de/bing/bing-einstell.htm,
und noch von mir überarbeitet.
- siehe auch hier (Achtung: 3 MB!),
Kapitel "Vergaser"
Vorarbeiten
Es wird angenommen, daß die Bedüsung (also die Einstellung
der Vergaser) schon korrekt ist. Eine gute Vergasereinstellung setzt natürlich
voraus, dass alle Bauteile wie Federn, Membranen, Düsen in Ordnung sind. Zudem
müssen Ventilspiel und
Zündzeitpunkt richtig eingestellt sein.
Die folgenden Zeilen "a)" bis "l)" stammen aus einem
Beitrag im Boxer-Forum, m.E. werden viele Fehlerquellen angesprochen, die
geschilderten Probleme waren jedoch nicht meine.
- Besonders
wichtig ist, daß die Federn (22) der Gleichdruckkolben
(13) die gleiche Härte aufweisen,
sie sollten beide 12 cm lang sein. (Siehe
hier zur Auswirkung von längeren
oder härteren Federn.)
- a) die Zulaufdüse am Nadelventil (42) über
Schwimmer messen. Diese sollte 3,2mm haben, diese ist z. T. 2,5mm ( Model 94
/ 40 Bing Vergaser ). Man (bzw. Ralph Engelbrecht oder andere Bing-Experten)
kann die Zulaufdüsen auch wechseln (Spezialabzieher). Man muß also nicht
selbst aufbohren.
- b) die Schwimmer (40) sollten beide 12
Gramm haben
(hier lag einer der Fehler in meinem Fall, ein Schwimmer hatte exakt 12
Gramm, der andere 14,2 Gramm, er war also rund 20% schwerer, dazu kam noch,
das dieser Schwimmer auf einer eingelaufenen Achse (41) lief und ich eine
160 Hauptdüse (1) fahre. Der rechte Zylinder ist dann, wenn der Schwimmer
hakte, regelrecht „abgesoffen“)
- c) Die Schwimmerachsen ( 41 ) und die
Aufhängung des Schwimmers sollten 100% glatt sein, damit der Schwimmer keine
Möglichkeit hat zu haken
- d) Die Feder ( 43 ) die das Nadelventil
„hält“ kann Ärger machen, der Vergaser funktioniert auch ohne. Diese kleine
Feder neigt wohl ebenfalls zu Resonanzen (-> Nr. l) und dann kann es zu
Problemen kommen, selbst bevor b und l eintreten.
- e) wenn der Verbindungsschlauch zwischen den beiden Benzinhähnen über
dem Getriebe liegt kann es zu Dampfblasen in der Leitung kommen. (Anmerkung
von mir: nur bei "1-Hahn-Tanks" u.U. beachtenswert. Ich pers. glaube hier
nicht an Probleme. Aber zur Sicherheit eben mal beide Benzinhähne öffnen.)
- f) Das Gesamte Zulauf und Belüftungssystem kann man relativ einfach
prüfen, indem man beide Schwimmerkammern ( 44 )
abnimmt und rechts und links gleichzeitig das Benzin für 15 Minuten
auslaufen lässt. Durchflussmenge je Seite sollten 9 Liter sein ( 0,6l/min ),
die Menge je Seite sollte gleich sein und es
darf sich kein Unterdruck bilden.
- g) bei Volllast Problemen Düsenstock ( 2 – 3 –
10 – 1 ) und Luftkanal ( Z ) reinigen
- h) Membrane ( 16 ) auf risse Prüfen
- i) die Feder ( 22 ) sollte rechts links
gleich lang sein (siehe oben)
- j) Der Benzinstand in der Schwimmerkammer ( 44
) sollte auf beiden Seiten gleich sein, die Schwimmer (
40 ) sollten „öffnen“ wenn sie waagerecht zum
Gehäuse stehen. Ob der Motor zu fett oder mager läuft kann man für einen
kurzen Moment einfach prüfen: tritt der Fehler auf, den Choke ziehen (
Gemisch wird angereichert ). Ist der Fehler dann beseitigt, ist der
Schwimmerstand zu niedrig. Knallt und verschluckt sich der Motor ist der
Schwimmerstand zu hoch.
- k) Die Vergaserkappen können undicht werden und Nebenluft „ziehen“,
dadurch kann die Membrane ( 16 ) keinen
Unterdruck aufbauen. Zur Beseitigung
einfach die Kappen mit geeignetem 2 Komponenten Kleber ausgießen
- l) Durch verhärtete Ansauggummis ( Verbindung Vergaser / Motor ) kommt
es zu Resonanzschwingungen, die die Schwimmer „tanzen“ lassen, in deren
Folge die Schwimmerkammer überläuft oder abmagert ( dies war bei mir der
Fall mit der Folge, das ich bei bestimmten Geschwindigkeiten ein
kurzzeitiges Absterben des Motors feststellen konnte, vermutlich auch der
Grund warum die Achse ( 41 ) Punkt ( b ) zuerst
eingelaufen war
Grundeinstellung (im Stand)
- Zunächst dreht man die Leerlaufgemischschraube
(7) ganz rein (vorsichtig!)
und ca. eine Umdrehung wieder raus. (D.h. den Schlitz der Schraube um
etwas mehr als 360 Grad drehen)
- Drosselklappenanschlagschraube (34):
- ganz rausdrehen bzw. so weit, daß sie den Anschlag nicht mehr berührt (man
kann etwas dazwischenschieben)
- prüfen, ob die Drosselklappe freigängig ist: von Hand am Hebel drehen,
optimal ist es, dazu auch die Rückholfeder auszuhängen. Sie muß "satt"
anschlagen, wenn sie ganz geschlossen ist. Sie darf nicht auf den letzten
Grad schwergängiger sein - sonst zerlegen und überholen.
- noch besser kann man das prüfen, wenn man den Vergaser in der Hand hält:
der Lichtspalt im Gegenlicht zeigt, ob sie rundum und "satt" schließt
- Dann ein Stück Papier
zwischen Schrauben und Anschlag legen und die Drosselklappenanschlagschraube soweit reindrehen,
bis das das Papier sich gerade noch zerstörungsfrei, also leicht, rausziehen
lässt. Jetzt die Drosselklappenanschlagschraube noch eine halbe bis 3/4
Umdrehung weiter drehen. (D.h. den Schlitz der Schraube um 180 Grad drehen)
- Mit dieser Grundeinstellung läuft der Motor normalerweise schon recht gut.
Läuft der Motor von alleine hoch, stehen die Drosselklappen zu weit auf, d.h.
die Anschlagschraube wurde zu weit reingedreht (oder die Klappe schließt aus
anderen Gründen nicht richtig).
- Alles weitere geht dann nach dem Abschnitt "Einstellen von Vergasern".
- Für die nächste Prozedur (Standgas) muss der Motor ordentlich warm sein.
Das Standgas / Leerlauf
- Motor starten, Leerlaufdrehzahl sollte etwa 1100/min. Falls nötig,
mittels Drosselklappenanschlagschrauben (34) die Drehzahl nachstellen
(beidseitig symmetrisch zugeben), dann ist
die "Sensibilität" für den folgenden Vorgang, der
ausschließlich mit den Gemischschrauben
(7) durchgeführt wird, am
besten!
- die Gemischschrauben vorsichtig tastend um ein 1/8, max. ein 1/4 vor- und zurückschrauben,
bis das Standgas sozusagen seinen "Höchststand" (höchste
Drehzahl) hat. Dazu diese Schraube nach der einen Seite (zu = rechtsrum =
magerer), bis der Motor zu stottern beginnt und dann fein auf die andere
Seite (auf = linksrum = fetter), bis der Motor rundläuft und darüber
hinaus weiter, bis er abzusaufen beginnt. Den Drehwinkel zwischen dem "Stotterpunkt"
(mager) und dem "Absaufpunkt" halbiert man wieder in die
Gegenrichtung
- Dies nacheinander für jeden Vergaser.
- Wenn dabei die Drehzahl zu hoch wird, mittels
Drosselklappenanschlagschraube die Drehzahl etwas absenken (wieder
beidseitig symmetrisch).
- Man kann, muß aber nicht, dazu auch den jeweils anderen Zylinder
"ausschalten":
- der Zylinder wird lahmgelegt, indem man einen Kerzenstecker abzieht,
in den Stecker eine andere Kerze reinsteckt, die man dann auf den
Zylinder legt (sonst werden evtl. Teile der elektronischen Zündung
beschädigt)
- Ich selbst habe das noch nie so gemacht, vermute aber, daß man dann
die Drosselklappenanschlagschraube des laufenden Zylinders stärker
öffnen muß, weil ja der andere Zylinder keinen Beitrag leistet.
Außerdem wird dann auf der "toten" Seite Benzingemisch
angesaugt, aber nicht verbrannt. Dies wiederum könnte dazu führen,
daß dieser Zylinder absäuft oder unverbranntes Gemisch zu einer
Ölverdünnung führt.
- die eingestellte Leerlaufdrehzahl sollte wegen des Öldrucks nicht unter
1000/min liegen! Alles andere klingt zwar cool, ist aber nix gut für die
Lager.
Die eigentliche Synchronisation
- mittels Meßuhren, diese an den SLS-Ausgängen am Vergaser anschließen
- achtet darauf, dass die Züge genügend Spiel (4-5 mm) zum Einstellen
haben
Was tut man eigentlich beim Synchronisieren?
- Zitat von "Shanta":
- man synchonisiert nicht die beiden vergaser auf gleichlauf bzw.
absolut identische schraubenstellungen, sondern man sychronisiert
gewissermaßen die verbrennungsvorgänge auf beiden seiten und gleicht mit
unterschiedlichen einstellungen am Vergaser rechts und links toleranzen
aus, damit diese beiden verbrennungsvorgänge möglichst gleich ablaufen.
toleranzen hast du durch die fertigung bei kolben, köpfen, kanälen,
sitzen vergasern und was weiß ich noch, durch unterschiedliche
kompression oder brennraumform oder -volumen, durch unterschiedliches
ventilspiel, etc. pp.
- zu versuchen, vergaser rechts und links absolut gleich einzustellen,
oder sagen wir besser "identisch", geht am sinn einer (motor)synchronisation
meilenweit vorbei.
- dass man bei der synchronisation eigentlich genau das gegenteil
einer "vergasersychronisation" macht: man stellt die vergaser im grunde
bewußt asynchron ein, damit der der rest ordentlich und synchron läuft,
alles gleichmäßig strömt und nix schüttelt etc.
Drosselklappen
- dieser Vorgang wird zunächst ausschließlich mit den Drosselklappenanschlagschrauben
(34)
durchgeführt, nicht mit den Gemischschrauben!
- Motor im Leerlauf laufen lassen (muß natürlich voll betriebswarm sein)
- zunächst Druckgleichheit links und rechts einstellen, indem die Drosselklappenanschlagschrauben
ganz vorsichtig etwas rein/rausgedreht werden
- das Seilzugspiel kann/sollte jetzt auf ca. 1-2 mm reduziert werden. Dabei
den Lenker von Anschlag zu Anschlag bewegen, und prüfen, ob dies das
Gaszugspiel an einer Seite ändert. Änderung in geringem Unfang an
beiden Seiten gleichzeitig ist tolerabel. Ggf.: Züge neu verlegen!
Ansonsten kann man das folgende vergessen!
- für die weitere Einstellung den Lenker auf Mitte stellen (und so
fixieren)
Gaszüge
- ab jetzt werden die Drosselklappenanschlagschrauben erstmal nicht mehr verändert,
das folgende wird mit den Verstellschrauben für die Gaszüge
erledigt
- bei beiden Verstellschrauben für die Gaszüge die Kontermutter lösen
- Motor bei der Prozedur nicht überhitzen lassen, ggf. also Pause. An einem
windigen Tag besteht dieses Risiko weniger.
- Motor starten, jetzt pulsweise etwas Gas geben und wieder wegnehmen, und
die Uhren dabei beobachten. Ziel ist, daß die Zeigerbewegungen (auf und ab)
synchron
sind.
- geht der Unterdruck beim Gasgeben auf einer Meßuhr schneller runter als
auf der anderen Seite, öffnet sich die Drosselklappe dieses
Vergasers schneller. An dieser Seite ist also das Gaszugspiel kleiner als
auf der anderen Seite.
- Es ist nun besser, das Gaszugspiel an dieser Seite etwas zu vergrößern
und nicht das Spiel auf der anderen Seite zu verringern, denn sonst ergibt
sich am Ende ein zu geringes Spiel. Ziel ist am Ende ein Spiel von 1-2 mm
beiderseits.
- insgesamt bekommt man meiner Erfahrung nach nie einen vollkommenen Parallellauf hin - also keine
Übertreibungen.
- wenn dieser Punkt absolut nicht hinzubekommen ist, sollten die Federn
über den Gleichdruckkolben geprüft werden - ich habe dabei einen
Längenunterschied von 1 cm entdeckt. Beide sollte 12 cm lang sein. Kosten
pro Stück ca. 3,50€.
Nochmal das Leerlaufgemisch
- jetzt sollte man nochmal den Effekt einer Viertelumdrehung am
Leerlaufgemisch prüfen: wird dies geändert,
dann nochmal ab hier. Aber nichts übertreiben!
Abschluss
- auf Probefahrt prüfen:
- Vibrationen
- Zittern von Lenker, Fußrasten, Spiegeln
- Leistung, Gas-Annahme
Synchronisation durch Verbinden der
Unterdruckanschlüsse?
(April 2006:) Im folgenden ein paar Gedanken zur Idee „das Verbinden der Vergaser über
die Unterdrucköffnung erzwingt gleichen Unterdruck (und sorgt so für perfekten
Gleichlauf und löst das blöde Synchronisieren ein für alle mal“. (Das war
ein Beitrag im Boxer-Forum.)
- es sind alles theoretische Überlegungen. Demgegenüber gilt „Versuch
macht kluch“ – also, wer probiert es einfach mal? Hat schon wer?
- Argument nullter Ordnung: „wenn es so einfach wäre, dann wär das Serie“
– aber manchmal schlummert ja in jedem von uns ein Genie. In diesem Fall bin
ich jedoch wirklich skeptisch bzw. sicher, daß es nicht hinhaut.
- Nun zu meiner Argumentation: vereinfacht ausgedrückt, bin ich sicher,
der Effekt wäre für das Leerlaufsystem im Vergaser etwa so wie Nebenluft,
also eine Undichtigkeit zwischen Vergaser und Motor. Nicht allzu viel, eben
wie eine kleine Undichtigkeit.
Fakten / Ausgangsannahmen:
- Es geht um die Leerlaufstellung: Drosselklappe fast geschlossen,
Regulierung des Motorlaufs durch das Leerlaufsystem.
- Die Vergaser saugen nicht gleichzeitig an: Versatz um 360°. Saugt beim
4-Takt-Boxer der
linke Zylinder an (1. Takt = halbe Umdrehung = 0 bis 180°), ist der rechte
im Arbeitstakt (3. Takt = halbe Umdrehung = 360 bis 540°).
- Leerlaufsystem: kleine Bohrungen sowohl für Luft als auch Kraftstoff,
daher herrscht starker, und auch stark pulsierender Unterdruck an der
Motorseite des Vergasers.
- hier eine Abbildung des Leerlaufsystems.
Der Ort des Unterdruckanschlusses läge in dieser Abbildung irgendwo "hinter"
der Drosselklappe, also z.B. neben oder hinter dem Austritt des
Leerlaufsystems.
Nun die Gedankengänge: manchmal ist es dabei nützlich, eine Situation zum
Extrem zuzuspitzen.
- Erstes „extremes“ Experiment: Öffnen des Synchronisierungsanschlusses
(Entfernen der Schraube) ð Ansaugen von Luft
anstatt des vorgesehenen Leerlaufgemischs, Kollaps des Unterdrucks,
Zylinder erhält kein zündfähiges Gemisch mehr.
- Schlauch zwischen den beiden Synchronisierungsanschlüssen: der andere
Vergaser ist nicht im Ansaugtakt ð dort liegt
also kein oder ein viel geringerer Unterdruck an ð
der betrachtete Vergaser saugt also etwas an - aber was?
- Reine Luft – nein, denn es ist ja keine Verbindung zur Außenwelt
entstanden, sondern zum anderen Vergaser und dort "hinter" der
Gemischbildung
- „normales Leerlaufgemisch“
– wohl auch nicht, denn ich vermute, dies entsteht nur im Leerlaufsystem und
unter starkem Unterdruck.
- Ist der Unterdruck überhaupt stark
genug, um Gemisch von der anderen Seite her anzusaugen? Die Ansaugung erfolgt
schließlich nicht über einen 40 mm
Kanal, sondern nur über ein kleines Röhrchen, also sehr stark „gedrosselt“.
Vermutlich wird ein gewisses Quantum eines Restgemischs angesaugt, bzw. nach
ein paar Takten „immer hin und her gesaugt“.
- Eine gewisse Durchlässigkeit besteht aber in Gestalt des Schlauches
eben doch. Somit wird durch die Verbindung der Unterdruck auf der
betrachteten Seite sinken, und das dürfte das Leerlaufsystem durcheinanderbringen. (Dazu komme ich gleich nochmal, im Zusammenhang mit
dem SLS-Argument.)
- der Effekt ist, daß das Leerlaufsystem "an Bedeutung verliert",
also der Einfluß der
LL-Mengenschraube und der LL-Düse davor.
Siehe Abbildung oben.
- die Wirkungsbereiche der verschiedenen
Vergaser-Subsysteme überlappen jedoch einander. Daher kann es
durchaus sein, daß man eine insgesamt stimmige Gesamtabstimmung
hinbringt, indem man das untere Teillastsystem auf die geringere
Wirksamkeit des LL-Systems hin abändert.
- Vergrößern wir gedanklich den Querschnitt des Ausgleichsrohres auf sagen
wir mal 10 mm. Dann entfällt die starke „Drosselung“ beim „Rübersaugen“, und
jeder Vergaser saugt Leerlaufgemisch auf beiden Seiten an. Dann müssen beide
Seiten schlicht auf die Hälfte umdimensioniert werden, denn sonst stimmen
die Unterdruckverhältnisse nicht oder der Motor dreht viel zu hoch. Was
gewinnt man dadurch? Nichts, denn die Synchronisierung wird ja nach wie vor
über die beiden Drosselklappenanschläge ausgeführt.
- Noch extremer: machen wir doch einfach einen zentralen Leerlaufvergaser
in der Mitte, mit ca. 30 cm langen Röhrchen zu jedem Zylinder. Effekt:
ähnlich wie beim VW Käfer, vermutlich Saugrohrheizung nötig. Sicherlich sehr
träge beim Synchronisieren, kurze Wege sind dabei besser.
Fazit also: bringt nix.
- Bei allen anderen Betriebszuständen (also ab Teilgas) dürfte übrigens das
ganze vollkommen bedeutungslos sein.
- Ein paar allgemeine Bemerkungen zur Vergasertechnik
hier und
hier.
SLS und Synchronisierung?
- Man hört öfters das Argument: „SLS
verbindet die Vergaser (das stimmt tatsächlich, s.u.) und nervt bei der
Synchronisierung“. Ich hatte nach dem Ausbau bei mir keinen Effekt auf die
Synchronisierung festgestellt, aber vielleicht ist genau diese Verbindung (auch
wenn der Querschnitt sehr klein ist - hier zählt nur die engste Stelle!)
dennoch die
Erklärung dafür, warum doch eine Menge Leute berichten, ohne SLS
ginge der Vorgang des Synchronisierens besser?
- Nachtrag (Jan. 2012):
- aus einer
Diskussion im 2V-Forum hier das Bild der SLS-Komponenten aus dem BMW
ETK:

- man erkennt, daß die Unterdruckanschlüsse der beiden Vergaser direkt
verbunden werden (#11-13)
- von der Zusammenführung #11 aus wird der Unterdruck auf das eine (!)
"geschaltete" Ventil #5 gelegt, das andere Ventil #6 ist offenbar
"passiv" (daran konnte ich mich gar nicht mehr erinnern - in meiner
Erinnerung waren es 2 geschaltete Ventile, je mit dem entsprechenden
Vergaser verbunden).
- Nebenbei: bei mir war der Effekt der SLS-Entfernung ein irgendwie besserer Sound
(an sich logisch: mehr Volumen - kann aber auch Einbildung sein), die Tickergeräusche der
SLS-Ventile waren weg, aber sonst
kein messbarer Effekt. Von den ~500g Gewichtsreduktion und der aufgeräumteren
Optik mal abgesehen.
Startvergaser
- Gängige Fehler bei den Bings 64 und 94:
- Startvergaser-Drehschieber vertauscht (sind mit "L" und "R"
gekennzeichnet)?
- Wellen der Startvergaser verdreht eingebaut (Punkt auf dem
Wellenende zeigt zum Hebel)?

- Funktionsweise (Zitate "Wilhelm"):
- Choke Stufe 2: ist eine reine KaltSTARTstellung. Wird sie als
Warmlaufstellung verwendet, kann der Motor absterben wg. Überfettung.
Das ist keine Fehlfunktion.
- Choke Stufe 1: ist als die eigentliche WARMLAUFstellung (erhöhter
Leerlauf) gedacht.
- Details (Zitate "Wilhelm"):
- Bing ist 1987 zu Drehschiebern mit nur 2 Bohrungen übergegangen.
Deshalb haben sie aber die ältere Gußform nicht geändert. Sie haben nur
weniger Löcher reingebohrt.
- Die Versionen mit vier Bohrungen im Drehschieber (und einfacher
Bohrung in der Gehäuse-Außenseite) war sehr viel sensibler bezogen
auf die Einstellung des Seilzuges: Wenn - für die Benzinzufuhr - ein
kleine Bohrung einer kleinen Bohrung gegenüber liegt, muß die
Schieberstelltung exakt passen. Tut sie das nicht, kann es
passieren, daß der Austrittöffnung (im Gehäuse) gegenüber keine
Bohrung des Schiebers, sondern der Zwischenraum zwischen den
Bohrungen gegenüberliegt. Das bedeutet, daß gar kein Benzin fließt,
wohl aber der Luftkanal geöffnet ist. Entsprechend bewirkt dann der
scheinbar geöffnete Choke eine Gemischabmagerung (!), und keine
Anfettung.
- Außerdem wurde wohl auch der Lufteintritt im Schieber geändert
zu der auf dem Bild erkennbaren 'Keilform'. Sie bewirkt, daß bei
Choke Stufe II mehr Luft durch den Chokekanal strömt als bei Stufe
I.
- Der Luft-Einlasskanal ist oben am Gehäuse, der Benzin-Kanal unten
(also andersherum als auf dem Foto).
- Auf dem Bild ist der Drehschieber für rechts zu sehen (Prägung in
der Welle).

- Der Körnerpunkt auf der Drehschieberwelle muß zur Seite des
Bowdenzuges weisen.
Federbein(e) einstellen
Dazu gibt es 2 Möglichkeiten:
- Einstellung der Feder-Vorspannung: Hakenschlüssel, Rastung oder
hydraulisch.
- Austausch der Feder gegen eine härtere oder weichere.
Durch die Einstellung der Feder-Vorspannung ändert sich die Feder-Härte
(auch Federrate genannt)
logischerweise nicht.

Beispiel:
- Gegeben sei eine Feder von 200 mm Länge und Federhärte von 50 kg pro
cm.
Dies wird heute als "Federrate" bezeichnet und üblicherweise in
N/mm (Newton = Kraft pro mm Verkürzung) gemessen.
- Belastet man diese Feder mit 50 kg, wird sie um 1 cm auf 190 mm
zusammengedrückt.
- Wenn man dann diese Feder auf eine Länge von 190 mm vorspannt, dann kann
man das Gewicht von 50 kg wieder entfernen und die Länge der Feder bleibt
auf 190 mm.
Das bedeutet aber auch, daß die Feder jetzt auf die ersten 50 kg überhaupt
nicht mehr reagiert!
Nehmen wir an, die Vorspannungseinrichtung (Gewinde) habe eine Länge von 1
cm. Die Länge der Baugruppe "Feder plus Vorspannungseinrichtung"
ist also jetzt 200 mm.
- Wird diese vorgespannte Feder jetzt mit 100 kg belastet, verkürzt sie
sich um einen weiteren cm auf 180 mm. Allerdings haben wir ja eben
angenommen, daß die Vorspannungseinrichtung 1 cm lang ist, also ist die
Länge der Baugruppe "Feder plus Vorspannungseinrichtung" jetzt
180+10=190 mm ist. Bei (1) waren es auch 190 mm - aber schon bei 50 kg Last.
- Denken wir uns am Schluß nochmal eine nicht vorgespannte Feder, die mit
100 kg belastet wird: diese verkürzt sich um 20 mm auf 180 mm, also um je 1
cm pro 50 kg.
Man sieht, die Federhärte ändert sich durch Vorspannung nicht, nur die
Last, aber welcher sie sich überhaupt erst in Bewegung setzt, also zu federn
beginnt. Genau das will man typischerweise für wechselnde Beladung erreichen.
(Grafik und wesentliche Teile des Textes von http://www.franzracing.de/
übernommen.)
Rechner
- Irgendwo im Netz habe ich diese nette
Excel-Tabelle gefunden, mit
der man überprüfen kann, ob die Feder-Einstellung (also Federrate und deren
Vorspannung) in etwa stimmt.
Nockenwelle und
Ventilspiel
- Hier ein interessanter Artikel aus
MOTORRAD (leider weiß ich das Heft/Datum nicht)
- es wird der Effekt des Ventilspiels auf die Steuerzeiten und besonders
auf den Leerlauf erklärt
- und etwas über asymmetrische Nockenwellen.
- ein dickes (fast 5MB) PDF-File über ein mathematisches Verfahren der Uni
Kaiserslautern aus dem Jahre 1986 zur "Optimierung von Nocken" ist nicht
online, aber das schicke ich gerne per Mail.
- In einer Zeitschrift, die an sich nicht zu denen gehört, die ich
zumindest ab & zu lese, habe ich einen interessanten Artikel gefunden:
- Quelle: "Fighters" Sammelband Nr. 1/2006
- Stichworte zum Inhalt:
- Beispiel Motor Suzuki 1100 EF, DOHC (also ein älterer Motor, seit 1984
gebaut)
- Langlöcher in den Nockwellen-Kettenrädern
- Feineinstellung Steuerzeiten mit Gradscheibe, Meßuhr & Kolbenstopper
- dieser hat asymmetrische Steuerzeiten E&A
- vergleichsweise zahme Steuerzeiten: E 280°, A 272°
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- alles andere zu (BMW-2-Ventiler-)Nockenwellen siehe hier
Brennraum
- "Quetschkante":
- für Verwirbelung, gegen Klingeln
- Konzentration des Gemisches in der Mitte, Nähe Zündkerze
- muß sich nach innen öffnen, nicht "gegenläufig", Winkel
abhängig von der Länge der Strecke.
- Minimalabstand Kolben - Zylinderkopf: ca. 1 mm (besonders
beim Boxermotor: Durchbiegung der Kurbelwelle "von der anderen
Seite her")
- Kollision zwischen Kolben und Ventilen: droht nicht im OT
Arbeitstakt, sondern im OT Ausschubtakt, speziell beim Gaswegnehmen
- Im folgenden eine hübsche Beschreibung dazu (von "Q-Treiber"
Stephan):
|
 |
Betrachten wir die Umdrehungen wird klar, daß während jeder
Abwärtsbewegung der Kolben (z.B. durch o.g. Verbrennung) zwar Druck
entsteht, beide Kolben aber abtauchen, und zwar auch noch
gleichzeitig. Dabei entstehende Kräfte stehen den „Fliehkräften“ der
Kurbelwangen entgegen.
Die einzelnen Kraftvektoren überlassen wir dabei tunlichst den
Rechenkünsten des FreiformCAD’lers.
Durchbiegungen wirken sich dabei aber vorstellbar nur nach innen
aus. Die KW tanzt also das „S“.
Beim unweigerlichen Aufwärtsdrang der Kolben addieren sich zu
deren Kräften, die Fliehkräfte der Kurbelwangen.
Denen steht aber das gerade dichter werdende angesaugte Gemisch
gegenüber. Und das bremst gewaltig wie ein Daunenbett, in das man
etwas Schweres reinfallen läßt. Auch hier also keine, für das Wohl
von Kolbenboden und Ventil relevante Durchbiegung der KW
ersichtlich.
Jetzt nimmt der bar jeglichen Wissens agierende moderne Fahrer
bei etwa 7500/min Volllast die Hand vom Gas. Die Feder zerrt am
Gaszug, die Drosselklappe geht in ihre Ausgangsposition, der
ansaugende, vormals erst asthmatische Zylinder bekommt schlagartig
akute Atemnot und versucht, an der Drosselklappe vorbei noch ein
paar letzte Sauerstoffatome zu reißen; schafft dies aber kaum und
produziert nur noch Unterdruck.
Beim nachfolgenden Aufwärtstakt, dem Versuch einer Verdichtung von
etwas, was nicht wirklich da ist, fehlt es dann an dämpfenden
Gas-Polster.
Die Fliehkräfte der KW addieren sich zur oszillierenden Kraft von
Kolben und Pleuel, und das auch noch beidseitig. Die Welle tanzt
wieder das „S“, aber die Gegenkraft fehlt, so dehnt sich der
Kurbeltrieb kurzzeitig aus.
Dabei wird u.U. dann einiges an Prozellan, hier im Form von
Tellern zerschlagen. Nämlich dann wenn der Ventil_TELLER auf den
Kolben_BODEN klatscht weil der unbedarfte Tuner, den
Sicherheitsabstand zu gering wählte. Und dies ist nicht nur im
Verkehr gefährlich.
|
- Alternative zum "Auslitern": mit Wachs ausgießen
ð zeigt die Brennraumform an
- Quetschkante messen: dort Schnitt durchlegen
- Gewicht der Wachsform ð Volumenmessung
- Freigängigkeit Kolben & Ventile: Knetgummi, 1x durchdrehen. Mindestens 1,5 mm.
Luftfilter
- In meiner XT 500 hatte ich mal einen K&N
Luftfilter. Aber den habe ich wieder rausgeschmissen, bringt keinerlei
Mehrleistung. Schwerer wog dann noch, daß er laut einem Motorrad-Test ca. 95% der
Partikel filtert, das Original hingegen ca. 99% -> hat demnach also nur 1/4 der
Filterwirkung!
- Zitat von jemand anders: "Der Dichteverlust der Ansaugluft wird bei
den meisten PKW fast ausschließlich durch den Ansaugstutzen verursacht,
dessen Saugmündung oft die engste Stelle der Ansaugwege ist, durch die die
gesamte Luft strömen muß."
- Hier ein ausführlicher Test zu
diesem Thema.
Zündkerzen
Die Bezeichnungen der Zündkerzen spiegeln einen herstellerspezifischen, mehr
oder weniger logischen Schlüssel wieder. Auch die wichtige Angabe des
"Wärmewerts" ist leider nur bedingt von Hersteller zu Hersteller
übertragbar (siehe mein A2
als Beispiel).

Bosch
Neues System:
1. Buchstabe vor Wärmewert-Kennzahl=Sitzform u. Gewinde
- D = M 18 x 1,5 Kegelsitz SW 21 mm
- F = M 14 x 1,25 Flachsitz SW 16 mm
- H = M 14 x 1,25 Kegelsitz SW 16 mm
- M = M 18 x 1,5 Flachsitz SW 26 mm
- U = M 10 x 1,0 Flachsitz SW 16 mm
- W = M 14 x 1,25 Flachsitz SW 21 mm
- X = M 12 x 1,25 Flachsitz SW 17,5 mm
- Y = M 12 x 1,25 Flachsitz SW 16 mm
2. Buchstabe v. Wärmewert-Kennzahl = Sonderfunktion:
- B = geschirmt, wasserdicht, W-Zündkabel 7 mm
- C = geschirmt, wasserdicht, W-Zündkabel 5 mm
- E = Gleitfunkenzündkerze ohne Masseelektrode
- G = Gleitfunkenzündkerze mit Masseelektrode
- L = Luftgleitfunkenzündkerze
- M = für Motorsport
- R = mit Entstörwiderstand
- S = für Kleinmotoren
Wärmewert-Kennzahl
1. Buchstabe nach Wärmewertkennzahl = Gewindelänge/Funkenlage
- A = 12,7 mm bei Flachsitz, Elektrodenhöhe über Rand 1 mm
- A = 11,2 mm bei Kegelsitz Elektrodenhöhe über Rand 1 mm
- B = 12,7 mm bei Flachsitz, Elektrodenhöhe über Rand 3 mm
- B = 11,2 mm bei Kegelsitz Elektrodenhöhe über Rand 3 mm
- C = 19,0 mm bei Flachsitz, Elektrodenhöhe über Rand 1 mm
- C = 17,5 mm bei Kegelsitz Elektrodenhöhe über Rand 1 mm
- D = 19,0 mm bei Flachsitz, Elektrodenhöhe über Rand 3 mm
- D = 17,5 mm bei Kegelsitz Elektrodenhöhe über Rand 3 mm
- E = 9,5 mm nur Flachsitz, Elektrodenhöhe über Rand 1 mm
- F = 9,5 mm nur Flachsitz Elektrodenhöhe über Rand 3 mm
- G = 12,7 mm nur Flachsitz, Elektrodenhöhe über Rand 4 mm
- H = 19,0 mm bei Flachsitz Elektrodenhöhe über Rand 7 mm
- H = 17,5 mm bei Kegelsitz, Elektrodenhöhe über Rand 7 mm
- K = 19,0 mm bei Flachsitz, Elektrodenhöhe über Rand 4 mm
- K = 17,5 mm bei Kegelsitz Elektrodenhöhe über Rand 4 mm
- L = 19,0 mm bei Flachsitz, Elektrodenhöhe über Rand 5 mm
- L = 17,5 mm bei Kegelsitz Elektrodenhöhe über Rand 5 mm
- M = 25,0 mm nur Kegelsitz Elektrodenhöhe über Rand 3 mm
2.-4. Buchstabe nach Wärmewertkennzahl = Elektrodenwerkstoff, Elektrodenausführung, Ausführungsvariationen
- C = Kupfer
- E = Nickel-Yttrium
- P = Platin
- S = Silber
- D = Zweifach-Masseelektrode
- T = Dreifach-Masseelektrode
- Q = Vierfach-Masseelektrode
- R, U, V, W, X , Y, Z, O besondere Elektrodenausführung
|
Beispiele:
FR 7 LDC+
W 6 DTC
|
Altes System:
Beispiel: W 175 T1 |
Wärmewertkennzahl neu / Wärmewert alt
|
1. Buchstabe vor Wärmewert:
- M = Gewinde M 18 x 1,5
- W = Gewinde M 14 x 1,25
2. Buchstabe vor Wärmewert (wenn vorhanden):
- Besondere Eigenschaften oder Abmessungen
Wärmewertangabe: 45 - 400 in 20 Abstufungen
Buchstaben-Zahlenkombination nach dem Wärmewert:
- T 1 = Gewindelänge 12,7 mm
- M1 = Gewindelänge 12,7 mm evt. Bauformabweichung
- T 2 = Gewindelänge 19,0 mm
- M2 = Gewindelänge 19,0 mm evt. Bauformabweichung
- T3 = Gewindelänge 9,5 mm
- T4 = Gewindelänge 12,7 mm Abweichung von Grundausführung
- T6 = Gewindelänge 9,5 mm Abw. v. Grundausführung
- T7 = Gewindelänge 12,7 mm Abw. v. Grundausführung
- T30 = Gewindelänge 19,0 mm Abw. v. Grundausführung
- T35 = Gewindelänge 12,7 mm Abw. v. Grundausführung
Doppelbuchstabe-Zahlenkombination nach dem Wärmewert:
Zündkerze hat Zusatzeigenschaften (z. Bsp.: TR1 = Entstörung) |
Faustregel:
Niedrige Wärmewert-Kennzahl (z.B. 4) "kalte Kerze" für
"heiße" Motoren (Ferrari), geringe
Wärmeaufnahme, bedingt durch eine kurze Isolatorspitze
Hohe Wärmewert-Kennzahl (z.B. 8) "heiße Kerze" für "kalte"
Motoren (VW Käfer), hohe Wärmeaufnahme, bedingt durch eine lange Isolatorspitze
- Kennzahl 13 = Wärmewert unter 45
- Kennzahl 12 = Wärmewert 45
- Kennzahl 11 = Wärmewert zwischen 45 und 95
- Kennzahl 10 = Wärmewert 95
- Kennzahl 9 = Wärmewert zwischen 95 und 145
- Kennzahl 8 = Wärmewert 145
- Kennzahl 7 = Wärmewert 175
- Kennzahl 6 = Wärmewert von 200 bis 215
- Kennzahl 5 = Wärmewert von 225 bis 235
- Kennzahl 4 = Wärmewert von 240 bis 260
- Kennzahl 3 = Wärmewert von 275 bis 280
- Kennzahl 2 = Wärmewert von 300 bis 310
- Kennzahl 09 = Wärmewert zwischen 310 und 340
- Kennzahl 08 = Wärmewert 340
- Kennzahl 07 = Wärmewert 370
- Kennzahl 06 = Wärmewert 400
|
NGK

Champion

Schrauben
- Anzugsdrehmomente (trocken):
|
Regelgewinde |
|
Abmessung |
Vorspannkraft (kN) |
Anziehmoment (Nm) |
|
Festigkeits-
klasse |
4.6 |
5.6 |
8.8 |
10.9 |
12.9 |
4.6 |
5.6 |
8.8 |
10.9 |
12.9 |
|
M 4x0,70 |
1,29 |
1,71 |
3,9 |
5,7 |
6,7 |
1,02 |
1,37 |
3,0 |
4,4 |
5,1 |
|
M 5x0,80 |
2,1 |
2,79 |
6,4 |
9,3 |
10,9 |
2,0 |
2,7 |
5,9 |
8,7 |
10 |
|
M 6x1,00 |
2,96 |
3,94 |
9,0 |
13,2 |
15,4 |
3,5 |
4,6 |
10,0 |
15,0 |
18,0 |
|
M 8x1,25 |
5,42 |
7,23 |
16,5 |
24,2 |
28,5 |
8,4 |
11,0 |
25,0 |
36,0 |
43,0 |
|
M 10x1,50 |
8,64 |
11,5 |
26,0 |
38,5 |
45,0 |
17,0 |
22,0 |
49,0 |
72,0 |
84,0 |
|
M 12x1,75 |
12,6 |
16,8 |
38,5 |
56,0 |
66,0 |
29,0 |
39,0 |
85,0 |
125,0 |
145,0 |
|
M 14x2,00 |
17,3 |
23,1 |
53,0 |
77,0 |
90,0 |
46,0 |
62,0 |
135,0 |
200,0 |
235,0 |
|
M 16x2,00 |
23,8 |
31,7 |
72,0 |
106,0 |
124,0 |
71,0 |
95,0 |
210,0 |
310,0 |
365,0 |
|
M 18x2,50 |
28,9 |
38,6 |
91,0 |
129,0 |
151,0 |
97,0 |
130,0 |
300,0 |
430,0 |
500,0 |
|
M 20x2,50 |
37,2 |
49,6 |
117,0 |
166,0 |
194,0 |
138,0 |
184,0 |
425,0 |
610,0 |
710,0 |
|
M 22x2,50 |
46,5 |
62,0 |
146,0 |
208,0 |
243,0 |
186,0 |
250,0 |
580,0 |
830,0 |
970,0 |
|
M 24x3,00 |
53,6 |
71,4 |
168,0 |
239,0 |
280,0 |
235,0 |
315,0 |
730,0 |
1050,0 |
1220,0 |
|
M 27x3,00 |
70,6 |
94,1 |
221,0 |
315,0 |
370,0 |
350,0 |
470,0 |
1100,0 |
1550,0 |
1800,0 |
|
M 30x3,50 |
85,7 |
114,5 |
270,0 |
385,0 |
450,0 |
475,0 |
635,0 |
1450,0 |
2100,0 |
2450,0 |
|
M 33x3,50 |
107,0 |
142,5 |
335,0 |
480,0 |
560,0 |
645,0 |
865,0 |
2000,0 |
2800,0 |
3400,0 |
|
M 36x4,00 |
125,5 |
167,5 |
395,0 |
560,0 |
680,0 |
1080,0 |
1440,0 |
2600,0 |
3700,0 |
4300,0 |
|
M 39x4,00 |
151,0 |
201,0 |
475,0 |
670,0 |
790,0 |
1330,0 |
1780,0 |
3400,0 |
4800,0 |
5600,0 |
|
|
Feingewinde |
|
Abmessung |
Vorspannkraft (kN) |
Anziehmoment (Nm) |
|
Festigkeitsklasse |
8.8 |
10.9 |
12.9 |
8.8 |
10.9 |
12.9 |
|
M 8 x 1,00 |
18,1 |
26,5 |
31,0 |
27,0 |
40,0 |
47,0 |
|
M 10 x 1,25 |
28,5 |
41,5 |
48,5 |
54,0 |
79,0 |
93,0 |
|
M 12 x 1,25 |
43,0 |
64,0 |
74,0 |
96,0 |
140,0 |
165,0 |
|
M 12 x 1,50 |
40,5 |
60,0 |
70,0 |
92,0 |
135,0 |
155,0 |
|
M 14 x 1,50 |
58,0 |
86,0 |
100,0 |
150,0 |
220,0 |
260,0 |
|
M 16 x 1,50 |
79,0 |
116,0 |
136,0 |
230,0 |
340,0 |
390,0 |
|
M 18 x 1,50 |
106,0 |
152,0 |
177,0 |
350,0 |
490,0 |
580,0 |
|
M 20 x 1,50 |
134,0 |
191,0 |
224,0 |
480,0 |
690,0 |
800,0 |
|
M 22 x 1,50 |
166,0 |
236,0 |
275,0 |
640,0 |
920,0 |
1070,0 |
|
M 24 x 2,00 |
189,0 |
270,0 |
315,0 |
810,0 |
1160,0 |
1350,0 |
|
M 27 x 2,00 |
245,0 |
350,0 |
410,0 |
1190,0 |
1700,0 |
2000,0 |
|
M 30 x 2,00 |
309,0 |
440,0 |
515,0 |
1610,0 |
2300,0 |
2690,0 |
|
| |
|
- Unterschiede trocken / geschmiert:

Leuchtmittel - gemeinhin auch "Birnen"
genannt
- Unterschiede zwischen H1 / H3 / H4 / H7:

Geräusch- und Abgasbestimmungen
Übersichtstabelle zu Fahrgeräuschgrenzwerten
(aus http://aachen.heimat.de/leute/nico/krad/auspuff.htm)
| Art des Fahrzeugs |
bei der Zulassung des KFZ in der Zeit ...
(höchstzulässiges Fahrgeräusch in DIN-Phon / dB(A)) |
|
vor
14.09.1953 |
14.09.1953
- 20.05.1956 |
21.05.1956
- 31.12.1956 |
01.01.1957
- 31.12.1958 |
01.01.1958
- 12.09.1966 |
13.09.1966
- 30.09.1983 |
01.10.1983
- 30.09.1990 |
01.10.1990
- 30.09.1995 |
01.10.1995
bis ? |
| Krafträder bis 250ccm |
88 |
85 |
82 |
80 |
80 |
84 |
86 |
82 |
80 |
| über 250ccm |
90 Phon |
87 Phon |
84 Phon |
82 Phon |
82 Phon |
82 Phon |
84 db(A) |
82 db(A) |
80 db(A) |
| Zweitakter |
90 |
85 |
82 |
80 |
80 |
84 |
86 |
82 |
80 |
Andere Quelle
| |
70/157/EWG
vor 1980 |
78/1015/EWG
1980-88 |
87/56/EWG
1.10.1988 |
87/56/EWG
1.10.1993 |
97/24/EG
17.06.1999 |
| Motorräder mit mehr als 500 cm³ |
84 db(A) (?) |
86 dB(A) |
82 dB(A) |
80 dB(A) |
80 dB(A) |
Standgeräusch
- Für das Standgeräusch existieren keine Grenzwerte. Es wird nur gemessen
und eingetragen. Bis 07.11.1980 wurde dieses aus 7m Entfernung, danach als
Nahfeldmessung aus 0.5m und 45 Grad hinter dem Schalldämpfer gemessen.
- Die Standgeräusche dienen als Anhaltspunkt. Von einem erhöhten Standgeräuschwert
kann auf ebenfalls erhöhte Fahrgeräusche geschlossen werden.
- Will die Polizei vor Ort eine Standgeräuschmessung für KFZ mit Baujahr
vor dem 07.11.1980 durchführen, gilt folgendes:
Auf den eingetragenen Wert werden 21dB(A) und 5 dB(A) Toleranz, also 26dB(A)
aufaddiert.
- Beispiel für eine 53er BMW mit eingetragenen 84dB(A), bei der in der
Nahfeldmessung vor Ort 105dB(A) gemessen wurden: 84dB(A)+26dB(A)=110dB(A)
erlaubt - also legal (wobei eine 53'er BMW eh ohne Schalldämpfer fahren dürfte
- erst ab '54 gibt es Grenzwerte...)
So muß die Polizei messen
- Bevor eine Standgeräuschmessung am Motorrad durchgeführt wird, muß der
Beamte erst das Umgebungsgeräusch messen. Liegt dies weniger als 10dB(A)
unter dem späteren Meßwert, so ist die Messung ungültig.
- Zur eigentlichen Standgeräuschmessung muß sich das Meßgerät im
45-Grad-Winkel und 50 Zentimeter hinter dem Schalldämpfer des Motorrads
befinden. Die Messung muß auf einer freien Asphaltfläche durchgeführt
werden, es dürfen keine Mauern oder andere Schallreflektoren in
unmittelbarer Nähe sein.
- Motorräder mit einer Nenndrehzahl von über 5000/min werden bei halber
Nenndrehzahl, solche mit Nenndrehzahl bis 5000/min bei Dreiviertel der
Nenndrehzahl gemessen.
- Dabei wird erst die Drehzahl konstant gehalten, dann abrupt Gas
weggenommen - es könnten Fehlzündungen auftreten (bes. bei Racing Schalldämpfer).
Der lauteste Meßwert gilt.
- Wenn kein Drehzahlmesser am Motorrad ist, muß die Polizei einen
Drehzahlmesser anbringen und am Zündkabel anschließen. Alle Meßwerte,
auch das Umgebungsgeräusch, müssen protokolliert werden.
Rechtliches
(Interview mit Manfred Woll, Homologations-Experte und Leiter der TÜV-Prüfstelle
Landau/Pfalz, aus MOTORRAD 21/1998)
- Messen kann die Polizei vor Ort nur das Standgeräusch eines Motorrads. Für
den Gesetzgeber ist aber das Fahrgeräusch für die Straßenverkehrszulässigkeit
entscheidend. Was legitimiert die Polizei, ein Motorrad aufgrund einer
Standgeräuschmessung zu beanstanden, im Extremfall zu beschlagnahmen
beziehungsweise den Halter zum Abschrauben des Schalldämpfers zu
verpflichten?
- Die Polizei kann vor Ort nur die Vorschriftsmäßigkeit der montierten
Auspuffanlage überprüfen. Dazu dient der im Fahrzeugschein
eingetragene Standgeräuschwert. Wird der um mehr als fünf Dezibel überschritten
- sei es durch Korrosion, Beschädigung oder Manipulation -, entspricht
das Motorrad nicht mehr den Vorschriften. Wenn eine andere, vom
Fahrzeugschein abweichende Auspuffanlage montiert ist, kann es sehr wohl
sein, daß diese eintragungsfähig ist, obwohl sie im Moment beanstandet
werden muß. Dafür ist aber das Fahrgeräusch ausschlaggebend, und das
kann vor Ort von der Polizei nicht ermittelt werden.
Fragen und Antworten
- ?: Darf die Polizei ein Motorrad beschlagnahmen allein aufgrund des
bestehenden Verdachts einer Manipulation am Auspuff, die nicht durch eine
Geräuschmessung untermauert ist?
- !: Wenn der begründete Verdacht auf die Überschreitung der Geräuschwerte
besteht, ist dies ein Umweltrelevanter Punkt, ebenso wie das
Abgasverhalten. In diesen Fällen liegt gemäß Paragraph 19 der StVZO
immer ein Erlöschen der Betriebserlaubnis vor. Damit ist eine
Sicherstellung des Motorrades durch die Polizei jederzeit möglich.
- ?: Wie aussagekräftig sind sogenannte EG-BE über die tatsächliche Zulässigkeit
von Nachrüstanlagen?
- !: Sinn einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) oder
Europa-Betriebserlaubnis (EG-BE) ist der, daß der Halter dieses Teil
anbaut und weiter nichts zu veranlassen braucht. Die aufgeprägte Prüfnummer
besagt, daß der Topf bei der Typprüfung die Vorgaben erfüllt hat.
Wenn dieser Topf nun durch Korrosion, Beschädigung oder Manipulation zu
laut wird, gilt wiederum, was ich bereits eingangs erwähnt habe. Aber
auch wenn der Topf schon im Neuzustand wegen eventueller
Fertigungsfehler zu laut wäre, bliebe der Halter verantwortlich und wäre
bei der ganzen Sache der Dumme.
- ?: Wie steht es um die Zulässigkeit älterer Motorräder mit entsprechend
lauten Auspuffanlagen, zum Beispiel einer Harley aus den 50er oder einer
Ducati aus den 70er Jahren ?
- !: Das Erstzulassungsdatum aus den Papieren ist maßgebend. Wenn zum
Zulassungszeitpunkt andere Meßwerte und Meßmethoden galten, genießen
die Besitzer dieser Maschinen Besitzstandsschutz. Die heute durchgeführte
Nahfeldgeräuschmessung gibt es erst seit Anfang der 80er Jahre. Früher
wurde aus sieben Metern Entfernung gemessen. Motorräder mit
Erstzulassung bis Ende der 70er Jahre sind vor Ort durch die Polizei nur
schwer zu packen.
Tabellen
Zusammenstellung verschiedener Regelungen
| Regelung |
gültig ab |
Inhalt |
| § 47 StVZO |
01.01.1989 |
Abgasverhalten gem. ECE R40-00 und ECE R47-00 erforderlich
ð
"ASU" eingeführt |
| § 47 StVZO |
01.07.1994 |
Abgasverhalten gem. ECE R-40-01 ð
"ASU"
verschärft |
| § 47 StVZO |
17.06.1999 |
Abgasverhalten muss RL 97/24/EG für neue Typen mit EG-BE
entsprechen ð
"ASU" nochmals
verschärft |
| § 49 StVZO |
13.09.1966 |
Geräuschverhalten und -messung gem. der "Nationalen Methode", in
dB(A) |
| § 49 StVZO |
01.05.1981 |
Geräuschverhalten und -messung gem. RL 78/1015/EWG, in dB(A) für
ABE |
| § 49 StVZO |
01.10.1983 |
Geräuschverhalten und -messung gem. RL 78/1015/EWG, in dB(A) für
EBE |
| § 49 StVZO |
01.10.1988 |
Geräuschverhalten gem. RL 78/1015/EWG i.d.F. 87/56/EWG Stufe
1, größer 175 ccm für ABE |
| § 49 StVZO |
01.10.1989 |
Geräuschverhalten gem. RL 78/1015/EWG i.d.F. 87/56/EWG Stufe 1,
größer 80 kleiner / gleich 175 ccm) für ABE |
| § 49 StVZO |
01.10.1990 |
Geräuschverhalten gem. RL 78/1015/EWG i.d.F. 87/56/EWG Stufe 1,
größer 80 kleiner / gleich 175 ccm für EBE |
| § 49 StVZO |
01.10.1990 |
Geräuschverhalten gem. RL 78/1015/EWG i.d.F. 87/56/EWG Stufe 1,
größer 175 ccm für EBE |
| § 49 StVZO |
01.10.1993 |
Geräuschverhalten gem. RL 78/1015/EWG i.d.F. 87/56/EWG Stufe 2,
größer 175 ccm für ABE |
| § 49 StVZO |
01.04.1994 |
EG-Kennzeichnung für Austauschschalldämpferanlagen erforderlich |
| § 49 StVZO |
31.12.1994 |
Geräuschverhalten gem. RL 78/1015/EWG i.d.F. 87/56/EWG Stufe 2,
größer 80 kleiner / gleich 175 ccm für ABE |
| § 49 StVZO |
01.10.1995 |
Geräuschverhalten gem. RL 78/1015/EWG i.d.F. 87/56/EWG Stufe
2, größer 175 ccm für EBE |
| § 49 StVZO |
01.10.1996 |
Geräuschverhalten gem. RL 78/1015/EWG i.d.F. 87/56/EWG Stufe 2,
grösser 80 kleiner / gleich 175 ccm für EBE |
Abgasgrenzwerte
| Krafträder |
ECE-R 40-00
ECE-R 47-00
1.1.1989 |
ECE-R 40/01
1. Stufe
ab 1.07.1994 |
97/24/EG
2. Stufe
ab 17.06.1999 |
| CO 2-Takt |
? |
16,0 - 40,0 g/km |
8,0 g/km |
| CO 4-Takt |
|
21,0 - 42,0 g/km |
13,0 g/km |
| HC 2-Takt |
? |
10,4 - 16,8 g/km |
4,0 g/km |
| HC 4-Takt |
? |
6,0 - 8,4 g/km |
3,0 g/km |
| NOx 2-Takt |
- |
- |
0,1 g/km |
| NOx 4-Takt |
- |
- |
0,3 g/km |
---inhaltsverzeichnis ok 01.05.2013---
|