Fixierstift Kurbelwellenlager
ð
zurück zur BMW-Startseite
Eintrag Sternentagebuch Juni 2006, 31400 km:
- wie bei relativ vielen BMW der letzten Baujahre, fand sich
dieses kleine Teil in der Ölwanne...
- bei mir war es der
km-Stand 31400.
- mögliche Konsequenzen? Hier ein paar Zitate:
- "der Sicherungsstift 4x10 mm ist sehr wichtig. Ohne ihn wandert
das vordere Kurbelwellenlager nach vorn. Die Ölnut in der
Lagerschale kann dann kein Öl in die Bohrung der Kurbelwelle
bringen. Die Folge ist, das vordere Pleuellager läuft aus.
Kurbelwelle und Pleuel sind dann reif für die Mülltonne. Die meisten
defekten Motoren, die ich geöffnet habe, sind wegen des fehlerhaft
eingebauten Sicherungsstiftes kaputt gegangen."

- "Es kann schon sein, daß es der Sicherungsstift des vorderen
Hauptlagers ist. Der ist normalerweise mit ein paar Körnerschlägen
in seinem Sitz gesichert. Das Hauptlager ist in seiner Passung im
Gehäuse eingeschrumpft und müßte schon stark zum Fressen (starker
Ölmangel) neigen, um sich aus seiner festgelegten Lage weg zu
bewegen, was der Sicherungsstift mit Sicherheit auch nicht
verhindern würde. Also keine Sorge. Es fahren etliche Kühe ohne
diesen Stift herum. Einer der Fixierstifte der Anlaufscheiben kann
es nicht sein, da diese nicht heraus fallen können und beim
Zusammenbau ein Fehlen dieser auffallen würde."

|
 |
- bei mir sieht übrigens der Stift so aus, als hätte er auf seinem
Weg nach unten in die Ölwanne "einen mitgekriegt" - ich möchte
eigentlich gar nicht wissen, wodurch...
(allerdings hat die Besichtigung von Kurbelwelle und Nockenwelle
anläßlich des 1000cm³-Umbaus keine
Auffälligkeiten ergeben)
- der Stift hat eine "ballig gerundete" Seite und eine plane. Ich
vermute, die ballige ist die "vordere", die also eingetrieben wird
und sie reicht bis in die Lagerschale hinein. Die flache ist wohl
die, wo das unselige Ding "verstemmt" wird - bzw. verstemmt werden
sollte.
- Genau das hat wohl irgend ein demotivierter Mensch
am
Band in Berlin vor etwa 10 Jahren nur selten richtig gemacht.
Eigentlich müßte man doch über die betroffenen Motoren und die
alten Schichtpläne (oder über Interviews mit div. alten Herren, die
jetzt in Berlin im Schrebergarten ihr Unkraut zupfen oder "bei Bolle"
ein paar Schultheiß verstemmen) - rauskriegen, wer da von ~1992 bis
1996 eigentlich ...
Vielleicht träumt er ja nachts ab & zu von irgendwelchen
litfaßsäulengroßen Stiften, die ihn zu überrollen drohen oder so.
Wäre ein bißchen ausgleichende Gerechtigkeit zu der Anspannung, mit
der man dem Motor lauscht, wenn man den Stift aus der Ölwanne geholt
hat und die Reparatur vor sich herschiebt ...
|


|
- Zitate zum Stift selbst:
- es handelt sich um die Pos-Nr. 2: "Zylinderstift des
vorderen Kurbelwellenlagers" (BMW Teile-Nr. 07119 942 050)
- nicht Pos.5: R100GS Bj93. Ersatzteilnummer ist: 1 253
184, Durchmesser 8mm Länge 38, also viel zu groß
- "Da ... sich sicher ist, das der Stift 90° zur Kurbelwelle
verbaut wird, ist das ETK-Bild also weder richtig noch sehr
hilfreich."
- Richtig ist vielmehr:
- wie man auf dem Foto unten sieht, ist die Pos. 2 der
Lagerzapfen des Kettenspanners - und der ist viel größer
- es ist die Nr. 5
- die Pos.-Nummern 2 und 5 sind vertauscht.
|
 |
Die große Frage lautete nun: was tun?
- Die Reparatur bedeutet ziemlichen
Aufwand.
- Andererseits liegt dieses
kleine Miststück möglicherweise schon seht vielen tausend km ohne
Folgen dort unten.
- Nochmals andererseits: jetzt weiß ich es, und man bekommt sicher
erstaunlich große Ohren beim Fahren ...
Reparatur (Zitate):
- "Der Stift sichert die Lagerschalen im Lagerschild und nicht
das Lagerschild selbst. Um den Stift wieder einzusetzen, kann
das Lagerschild bei eingebautem Motor ausgebaut werden, um den
Stift wieder im Lagerschild einzukleben (oder zu verstemmen?)."
- "im Prinzip kann die Lageraufnahme nach vorn herausgenommen
werden. Nur muß!!! das Steuerkettenritzel vorher abgezogen
werden (Spezialwerkzeug). Es sieht verlockend aus es auf der Kurbelwelle zu
lassen, jedoch ist nachher das Hauptlager hinüber. Der
Durchmesser des Ritzels ist größer als die Bohrung im Lager."
- diese Aussage stimmt laut einigen anderen nicht: man kann das Ritzel
wohl drauflassen, läuft jedoch Gefahr, das Lager mit Kratzern zu dekorieren,
wenn man den Lagerschild (samt Lager) nach vorne abzieht.
- Die Auspuffkrümmer
müssen ab! An denen (genauer: dem Querrohr) kommt man mit dem Kettenkasten
nicht vorbei.
- Müssen die Zylinder ab oder nicht?
- ja: weil nämlich die Nockenwelle raus muß, weil deren Rad vor
dem Lagerschild sitzt (das sieht man gut auf den folgenden Fotos) ..., und das wiederum heißt: Zylinder ab ...
- das ärgert mich deswegen, weil ich neulich den ganzen Koks schon ab hatte ...

- in der Realität erwies es sich dann doch
als nicht ganz so übel.
- Muß die Kurbelwelle raus oder nicht? Nein.
Fotos von Jörg (Schrauberkurs):
- Vermutlich ist der Stift von dieser
Seite nicht zusehen, denn sonst würde er nicht immer in der Ölwanne liegen.
Er scheint an der Rück- oder Unterseite des Lagerschildes
nach hinten rauszufallen (Bestätigung siehe Fotos unten).
Dabei wurde das Exemplar in meinem Motor vermutlich zwischen der Kurbelwelle und dem Gehäuse
eingeklemmt - daher die Macke.

 |
hier sieht man, warum zumindestens das Kettenrad der
Nockenwelle ab muß: sonst kann man den Lagerschild nicht
abnehmen |
 |
... und Steuerkette plus Spanner müssen auch weg. |
Eintrag Sternentagebuch Juli 2006, 31425 km:
- Beschluß: das Problem wird beseitigt. Ich habe nicht die Nerven
dazu, es so zu lassen!
- Fakt: ich selbst hatte weder Zeit noch Lust - daher habe ich
die Q zu einem
von mehreren Bekannten empfohlenen
gebracht
- Daher leider keine Fotos
von der genauen Lage des Stiftes. Der Meister jedoch bestätigte, daß
es die Pos.-Nummer 5 auf der Abbildung im ETK
war.
- Kosten: ca. 329€ inkl. Steuer
- davon sind 75€ (+ 16,60€ Material) der Wechsel der
Steuerkette, den ich (natürlich unnötigerweise ...) mit erledigen
ließ. Dieser Posten scheint mir eher viel zu sein, denn die
Steuerkette mußte ja eh weggebaut werden. Ich glaube aber, dieser
Posten wurde einfach nur getrennt ausgewiesen und wäre ansonsten
zu den 160€ reine Arbeitskosten hinzugekommen, das habe ich den
Meister vergessen zu fragen (wird nachgeholt)
- die Gesamtsumme finde ich akzeptabel
- Dauer der Aktion also etwa 4-5 Stunden, sowohl rückgerechnet aus
den Kosten & Stundensatz, als auch von der Stillstandszeit der
Borduhr
- die Nockenwelle wurde übrigens nicht ausgebaut, sondern im montierten Zustand
das Kettenrad abgezogen (das ging wohl etwas schwerer als erwartet
ð
Heißluft und Kältespray kamen zusätzlich zum Abzieher zum Einsatz)
- weil die Nockenwelle nicht rausmußte
ð Stößel und Stößelstangen konnten
drinbleiben ð
Zylinder kam nicht ab oder wurde gelockert
ð Einsparung, und ich muß keinen Drehmomentschlüssel in den Urlaub
mitnehmen...
- die Re-Montage des Kettenrads war vermutlich auch recht
kniffelig. Fazit: vielleicht ist es im Endeffekt doch besser,
die Nockenwelle zu demontieren und dafür halt auch die Zylinder
zu lockern
- die Ölwanne wurde abgenommen - warum, hab ich auch
vergessen zu fragen, ich werd's mal nachholen. Das Öl wurde aufgefangen und
wieder verwendet.
- Der Stift kostet übrigens mittlerweile unverschämte 0,30€
- Ich werde nun mit dem "alten" Stift mal zum Juwelier gehen und
fragen, was sowas in Gold kostet. Ich vermute, meiner ist mehr wert. Und
geschmiedet ist er ja auch.-
Fotos
- hier einige Fotos, die ich 2008 bekam und die das ganze sehr schön
zeigen.
 |
Lagerschild, alte Ausführung (grüner Kreis: Lage des Stiftes) |
 |
Lagerschild, neue Ausführung (roter Kreis: Lage des Stiftes) |
| |
|
 |
Lagerschild, neue Ausführung Ansicht von oben mit Ölbohrungen |
  |
Lagerschale (hier übrigens eine infolge Ölmangel beschädigte,
Ursache war aber eine andere als der Stift) Lage des Stiftes |
Lagerstift von außen betrachtet
|
 |
|
hier erkennt man die "Verstemmung": mit einem
4-Kant wird von außen das Alu verformt, so daß der Stift nicht
rausfallen kann |
|