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Stand: 29.06.2008

Fixierstift Kurbelwellenlager

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Eintrag Sternentagebuch Juni 2006, 31400 km:

  • wie bei relativ vielen BMW der letzten Baujahre, fand sich dieses kleine Teil in der Ölwanne... - bei mir war es der km-Stand 31400.
  • mögliche Konsequenzen? Hier ein paar Zitate:
  • "der Sicherungsstift 4x10 mm ist sehr wichtig. Ohne ihn wandert das vordere Kurbelwellenlager nach vorn. Die Ölnut in der Lagerschale kann dann kein Öl in die Bohrung der Kurbelwelle bringen. Die Folge ist, das vordere Pleuellager läuft aus. Kurbelwelle und Pleuel sind dann reif für die Mülltonne. Die meisten defekten Motoren, die ich geöffnet habe, sind wegen des fehlerhaft eingebauten Sicherungsstiftes kaputt gegangen."
  • "Es kann schon sein, daß es der Sicherungsstift des vorderen Hauptlagers ist. Der ist normalerweise mit ein paar Körnerschlägen in seinem Sitz gesichert. Das Hauptlager ist in seiner Passung im Gehäuse eingeschrumpft und müßte schon stark zum Fressen (starker Ölmangel) neigen, um sich aus seiner festgelegten Lage weg zu bewegen, was der Sicherungsstift mit Sicherheit auch nicht verhindern würde. Also keine Sorge. Es fahren etliche Kühe ohne diesen Stift herum. Einer der Fixierstifte der Anlaufscheiben kann es nicht sein, da diese nicht heraus fallen können und beim Zusammenbau ein Fehlen dieser auffallen würde."

 

  • bei mir sieht übrigens der Stift so aus, als hätte er auf seinem Weg nach unten in die Ölwanne "einen mitgekriegt" - ich möchte eigentlich gar nicht wissen, wodurch...
    (allerdings hat die Besichtigung von Kurbelwelle und Nockenwelle anläßlich des 1000cm³-Umbaus keine Auffälligkeiten ergeben)
  • der Stift hat eine "ballig gerundete" Seite und eine plane. Ich vermute, die ballige ist die "vordere", die also eingetrieben wird und sie reicht bis in die Lagerschale hinein. Die flache ist wohl die, wo das unselige Ding "verstemmt" wird - bzw. verstemmt werden sollte.
  • Genau das hat wohl irgend ein demotivierter Mensch am Band in Berlin vor etwa 10 Jahren nur selten richtig gemacht.

Eigentlich müßte man doch über die betroffenen Motoren und die alten Schichtpläne (oder über Interviews mit div. alten Herren, die jetzt in Berlin im Schrebergarten ihr Unkraut zupfen oder "bei Bolle" ein paar Schultheiß verstemmen) - rauskriegen, wer da von ~1992 bis 1996 eigentlich ...

Vielleicht träumt er ja nachts ab & zu von irgendwelchen litfaßsäulengroßen Stiften, die ihn zu überrollen drohen oder so. Wäre ein bißchen ausgleichende Gerechtigkeit zu der Anspannung, mit der man dem Motor lauscht, wenn man den Stift aus der Ölwanne geholt hat und die Reparatur vor sich herschiebt ...


  • Zitate zum Stift selbst:
    • es handelt sich um die Pos-Nr. 2: "Zylinderstift des vorderen Kurbelwellenlagers" (BMW Teile-Nr. 07119 942 050) 
    • nicht Pos.5: R100GS Bj93. Ersatzteilnummer ist: 1 253 184, Durchmesser 8mm Länge 38, also viel zu groß
    • "Da ... sich sicher ist, das der Stift 90° zur Kurbelwelle verbaut wird, ist das ETK-Bild also weder richtig noch sehr hilfreich."
  • Richtig ist vielmehr:
    • wie man auf dem Foto unten sieht, ist die Pos. 2 der Lagerzapfen des Kettenspanners - und der ist viel größer
    • es ist die Nr. 5
    • die Pos.-Nummern 2 und 5 sind vertauscht.

Die große Frage lautete nun: was tun?

  • Die Reparatur bedeutet ziemlichen Aufwand.
  • Andererseits liegt dieses kleine Miststück möglicherweise schon seht vielen tausend km ohne Folgen dort unten.
  • Nochmals andererseits: jetzt weiß ich es, und man bekommt sicher erstaunlich große Ohren beim Fahren ...

Reparatur (Zitate):

  • "Der Stift sichert die Lagerschalen im Lagerschild und nicht das Lagerschild selbst. Um den Stift wieder einzusetzen, kann das Lagerschild bei eingebautem Motor ausgebaut werden, um den Stift wieder im Lagerschild einzukleben (oder zu verstemmen?)."
  • "im Prinzip kann die Lageraufnahme nach vorn herausgenommen werden. Nur muß!!! das Steuerkettenritzel vorher abgezogen werden (Spezialwerkzeug). Es sieht verlockend aus es auf der Kurbelwelle zu lassen, jedoch ist nachher das Hauptlager hinüber. Der Durchmesser des Ritzels ist größer als die Bohrung im Lager."
    • diese Aussage stimmt laut einigen anderen nicht: man kann das Ritzel wohl drauflassen, läuft jedoch Gefahr, das Lager mit Kratzern zu dekorieren, wenn man den Lagerschild (samt Lager) nach vorne abzieht.
  • Die Auspuffkrümmer müssen ab! An denen (genauer: dem Querrohr) kommt man mit dem Kettenkasten nicht vorbei.
  • Müssen die Zylinder ab oder nicht?
    • ja: weil nämlich die Nockenwelle raus muß, weil deren Rad vor dem Lagerschild sitzt (das sieht man gut auf den folgenden Fotos) ..., und das wiederum heißt: Zylinder ab ...
    • das ärgert mich deswegen, weil ich neulich den ganzen Koks schon ab hatte ...
    • in der Realität erwies es sich dann doch als nicht ganz so übel.
  • Muß die Kurbelwelle raus oder nicht? Nein.

Fotos von Jörg (Schrauberkurs):

  • Vermutlich ist der Stift von dieser Seite nicht zusehen, denn sonst würde er nicht immer in der Ölwanne liegen. Er scheint an der Rück- oder Unterseite des Lagerschildes nach hinten rauszufallen (Bestätigung siehe Fotos unten). Dabei wurde das Exemplar in meinem Motor vermutlich zwischen der Kurbelwelle und dem Gehäuse eingeklemmt - daher die Macke.

hier sieht man, warum zumindestens das Kettenrad der Nockenwelle ab muß: sonst kann man den Lagerschild nicht abnehmen
... und Steuerkette plus Spanner müssen auch weg.

 

Eintrag Sternentagebuch Juli 2006, 31425 km:

  • Beschluß: das Problem wird beseitigt. Ich habe nicht die Nerven dazu, es so zu lassen!
    • Fakt: ich selbst hatte weder Zeit noch Lust - daher habe ich die Q zu einem von mehreren Bekannten empfohlenen gebracht
  • Daher leider keine Fotos von der genauen Lage des Stiftes. Der Meister jedoch bestätigte, daß es die Pos.-Nummer 5 auf der Abbildung im ETK war.
  • Kosten: ca. 329€ inkl. Steuer
    • davon sind 75€ (+ 16,60€ Material) der Wechsel der Steuerkette, den ich (natürlich unnötigerweise ...) mit erledigen ließ. Dieser Posten scheint mir eher viel zu sein, denn die Steuerkette mußte ja eh weggebaut werden. Ich glaube aber, dieser Posten wurde einfach nur getrennt ausgewiesen und wäre ansonsten zu den 160€ reine Arbeitskosten hinzugekommen, das habe ich den Meister vergessen zu fragen (wird nachgeholt)
    • die Gesamtsumme finde ich akzeptabel
    • Dauer der Aktion also etwa 4-5 Stunden, sowohl rückgerechnet aus den Kosten & Stundensatz, als auch von der Stillstandszeit der Borduhr
  • die Nockenwelle wurde übrigens nicht ausgebaut, sondern im montierten Zustand das Kettenrad abgezogen (das ging wohl etwas schwerer als erwartet ð Heißluft und Kältespray kamen zusätzlich zum Abzieher zum Einsatz)
    • weil die Nockenwelle nicht rausmußte  ð Stößel und Stößelstangen konnten drinbleiben ð Zylinder kam nicht ab oder wurde gelockert ð Einsparung, und ich muß keinen Drehmomentschlüssel in den Urlaub mitnehmen...
    • die Re-Montage des Kettenrads war vermutlich auch recht kniffelig. Fazit: vielleicht ist es im Endeffekt doch besser, die Nockenwelle zu demontieren und dafür halt auch die Zylinder zu lockern
    • die Ölwanne wurde abgenommen - warum, hab ich auch vergessen zu fragen, ich werd's mal nachholen. Das Öl wurde aufgefangen und wieder verwendet.
  • Der Stift kostet übrigens mittlerweile unverschämte 0,30€
    • Ich werde nun mit dem "alten" Stift mal zum Juwelier gehen und fragen, was sowas in Gold kostet. Ich vermute, meiner ist mehr wert. Und geschmiedet ist er ja auch.-

Fotos

  • hier einige Fotos, die ich 2008 bekam und die das ganze sehr schön zeigen.
Lagerschild, alte Ausführung

(grüner Kreis: Lage des Stiftes)

Lagerschild, neue Ausführung

(roter Kreis: Lage des Stiftes)

   
Lagerschild, neue Ausführung

Ansicht von oben mit Ölbohrungen

Lagerschale (hier übrigens eine infolge Ölmangel beschädigte, Ursache war aber eine andere als der Stift)

Lage des Stiftes

Lagerstift von außen betrachtet

hier erkennt man die "Verstemmung": mit einem 4-Kant wird von außen das Alu verformt, so daß der Stift nicht rausfallen kann

  • Nachtrag
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